Thatcherismus und das post-war settlement
Adam Fularz 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
· 2.1. Die Situation nach dem Krieg
· 2.2. Merkmale der post-war- selltement
· 2.2.1 Hybriden der gemischten Ökonomie
· 2.2.2. Vollbeschäftigungspolitik
· 2.3. Politische Herausforderungen
· 2.3.1. Labour- Politik
· 2.3.2. Ökonomische Herausforderungen
· 2.4 Anfänge der Planungseuphorie
· 2.4.1 NEDC als Planungsexperiment
· 2.4.2 Die Planung unter Konservativen
· 2.4.3 Stop-and-go
· 2.4.4 Geplante Rückzug des Staates
· 2.5. Finaler Rücktritt des Staates
· 3. Zusammenfassung und Schluss
1. Einführung
Groß-Britannien: dieses Land gilt heute zusammen mit den USA als ein Musterbeispiel der liberalen Marktwirtschaft. In Groß-Britannien ist der Begriff Staat nicht im kontinentaleuropäischen Sinn benutzt, um die gegenüber der Gesellschaft stehende völlig autonome unabhängige Herschaffinstitution zu bezeichnen, sondern es handelt sich vielmehr um eine paternalistische Obrigkeit der Herrschaftsinstitutionen und laissez- faire, was zu Markenzeichen des Thatcherismus wurde. Groß- Britannien wird oft als eine „stateless society par excellence“ bezeichnet.
Es war aber nicht die ganze Zeit so gewesen. Grosse Depression vom Jahre 1929 und die danach folgende 15 Jahren der Krisen und Kriegen bedeuteten für die Briten eine ganze Reihe der kollektiven Anstrengungen. Kurz danach eine neue Ära ist gekommen: die der Großregierung und der Elephantosis des öffentlichen Sektors.
Die Briten meinten, dass sie eine "much governed nation" seien. Die stattliche Regulierung und Einmischung ausging zunächst von den Gemeindebehörden, aber im Laufe der Zeit anlagerte sich bei den zentralen Institutionen in London. Nach 1945 (Regierungswechsel von Churchill zu Attlee) wurde Großbritannien durch exzessive Verstaatlichungen und keynesianischer Wirtschaftspolitik gekennzeichnet. Diese bestimmte Phase in der Entwicklung der modernen britischen Wirtschaft dauerte bis Regierungsantritt von Frau Thatcher und wurde durch statism gekennzeichnet- also die unmittelbare Verantwortlichkeit der Regierung für das Wirtschafts- und Sozialleben. Bis in die weit in die sechziger Jahre konzentrierte sich die britische "Wirtschaftstaat" auf die Vollbeschäftigungspolitik und der Unternehmensbereich war zuständig für die Entwicklung und Modernisierung der Wirtschaft. Auch die Versuche aktiver Industriepolitik im folgenden Jahrzehnt nahmen sich im internationalen Vergleich eher bescheiden aus.
Es wird oft gesagt, dass diese neue Harmonie der Staatlichen Einmischung in das Wirtschaftsleben hatte zum einen wesentlich mit der Erfahrung der Kriegswirtschaft zu tun: es wurde erkannt, was administrativ machbar wurde, und die Kooperation hat Regierung und Gewerkschaften viel gelernt. Diese Tendenz erwuchs auch aus der gewissen ـÜberzeugung, dass die Popularität und Wählbarkeit kommt aus der erfolgreichen Management des Wohlfahrtsstaates. Der statism der Nachkriegszeit herrschte aber nicht unangefochten, allen Verstaatlichungen und Planungsambitionen zu Trotz. Er wurde auch durch mehrere Modifikationen und Begrenzungen geprägt, die oft von der Seite der parastaatlichen Formen der Kontrolle, den unabhängigen Gremien auskamen. Man nennt diese Form der Überwachung als indirect government die aus der Tradition der stateless society kommt.
2.1. Die Situation nach dem Krieg
Das post-war settlemnent etablierte sich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg und markierte einen rapiden Wechsel in der bisherigen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Man sagt, dass der Wechsel um so radikaler war, als es sich ein Art der überparteilicher „Nachkriegskonsens“ herausstellte. Die Hauptursache dieses Wandels war der Krieg, der die neue kollektive Gesellschaftsbeziehungen gestaltet hat. Der Krieg zeigte die Machbarkeit und Kraft der kollektiven Ausstrengung, um den öffentlichen Bedarf zu decken, schaffte neue Bureaukratien, die sich schnell über ihre riesige Steuerungsmacht überzeugt haben.
Die Zweite Weltkrieg war wesentlich länger und umfasste breitere Gebiete als die Erste. Deswegen erforderte sie mehr von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Engagement, eigentlich sie erforderte totales Engagement. In der Kriegsspitzenzeiten circa 45 % der Bevölkerung wurde mobilisiert oder arbeitete für die Kriegsmaschinerie. Noch in den Nachkriegszeiten 30 % den Ausgaben der britischen Konsumenten wurden rationiert. Im Jahre 1946 wurde sogar entschieden, Brot zu rationieren!
Es gab evidente Lerneffekte aus dieser Periode, und die davonkommende Zentralplanung hat zunehmende Rolle auch in der ersten Jahren der Nachkriegszeit gespielt. . Eine fragliche These besagt also, dass die allokativen Funktionen auf der Märkten durch die Staat in den Kriegesjahren aufgenommen wurden und später nur einfach beibehalten wurden. (R. Middleton, Government versus the Market)
Die Öffentlichkeit erinnerte sich auch an den Wirtschaftsaufschwung nach dem Ersten Weltkrieg und die rasch danach kommende Wirtschaftskrise (slump). Politiker waren bewusst von dieser Bedrohung und wollten diese Tendenzen verhindern, indem sie die Wirtschaft steuern wollten.
2.2. Merkmale der post-war- selltement
Mixed economy ist charakterisiert durch eine Wirtschaft mit ausgedehntem öِffentlichen Unternehmenssektor und einer allgemein akzeptierten Führungsrolle der Regierung. Dazu kommen die weiterten charakteristischen Merkmale des post-war consensus:
Wichtige Merkmale des „post-war selltement“ (nach Middleton)
1. Mixed economy- eine Wirtschaft mit ausgedehnten öffentlichen Unternehmenssektor und einer allgemein akzeptierten Führungsrolle der Regierung
2. Vollbeschäftigungspolitik auf keynesianischer Grundlage.
3. Gewerkschaften wurden durch die Regierung als ernstzunehmende Verhandlungspartner akzeptiert und deren Kooperation hoher Stellenwert beigemessen wurde.
4. Wohlfahrtstaat nach den Prinzipien des Beveridge Report von 1942, unter Einschluss National Health Service (kostenfreien Gesundheitsdienstes), den größten Arbeitgeber Europas
5. Rückzug aus der imperialistischen Politik, geopolitische Annahmen (Atomwaffe und Mitgliedschaft in NATO)
Der Nachkriegskonsens erstreckte sich denn weniger auf die Einzelmerkmale des settlement, über deren Verlauf gestritten wurde, sondern auf die neue Taktik des Staatshandelns, auf dem das ganze Prozess beruhte. Der Staat galt als grundsätzlich allverantwortlich. Im Jahre 1948 war die moderne Planung in Großbritannien so fortgeschritten wie in keinem anderen größeren westlichen Land.
2.2.1 Hybriden der gemischten Ökonomie
In der Zeiten des post-war settlement ganze Branchen des Wirtschaftsleben befanden sich in öffentlicher Hand, da die nationalisierten Industrien jeweils eine Wirtschaftszweig zusammenfassten (Ausnahme: Stahlindustrie) und bildeten eine Art der Staatsmonopole. Es wurde sogar gesagt, das der Staat die „Kommandohöhen der Wirtschaft“ unangefochten besetzt hielt!
Genau genommen, die nationalisierten Industrien waren „hybrids“, d.h. sie waren in öffentlichen Eigentum, aber privatwirtschaftlich geführt. Der Staat hier eine gesamtwirtschaftliche Führungsrolle erhalten, und musste zugleich die benötigten Instrumenten herausbilden, um die Kontrollaufgaben auszufüllen.
Die Kontrollmethoden folgten meistens dem arm’s length approach, also die Parlaments- und Parteieinflüsse sollten aus der Führungsrolle heraushalten. Parlament hatte nur Einfluss dafür, ob der zuständige Minister die Kontrollaufgaben nachkam. Die unklare Verteilung der Kompetenzen zwischen sponsoring ministers und dem chairman oder Aufsichtsrat des Unternehmens verursachte ewige Streite. Die „public corporations“ verfügten von Anfang an über starke Stellung und der chairman könnte immer sich an die Öffentlichkeit beklagen, wenn in seine day-to-day Aktivitäten eingegriffen wurde..
Schnell stellte es sich heraus, dass die nationalisierten Industrien schwer zu steuern waren, um die staatliche Wirtschaftspolitik zu realisieren. Ihre Investitionspläne und weit bestrittene Stillegungspläne folgten stärker als in der Privatwirtschaft den Vorlieben und Ideen der führenden Managers. Diese Managers, einmal ernannt, verfügten über ähnliche Unabhängigkeit und Unkontrollierbarkeit wie die Chefs den großen börsennotierten Privatunternehmen. Auf die Dauer die Tätigkeit der öffentlichen Managers wurde teuer, und die öffentlichen Kontrolleure während mehreren Reformanlaufen begrenzten sich meistens nur an die Festlegung der Finanzpläne (um damit die Sparsamkeitszielen zu erreichen). Diese ministerielle Kontrolle reduzierte sich auf eine gewisse Effizienzkontrolle. Die Ministerialbeamten, die diese Aufsichtsaufgaben als part-time members der Aufsichtsraten erfüllen sollten, waren mangels Spezialwissens nicht wirklich in der Lage, um diese Ziele zu realisieren.
Diese Eroberung der „Kommandohöhen der Wirtschaft“ hatte die Einflusssphäre des Staates nur wenig erweitert. Man rief sogar zu „Sozialisierung der öffentlichen Unternehmen“. Die Staatsunternehmen waren hybrids, Mischlingen der kommerziellen und sozialen Einflusssphären.
2.2.2 Vollbeschäftigungspolitik
Vollbeschäftigungspolitik auf keynesianischer Grundlage war eine der Hauptmerkmalen der neuen Ordnung. Die Ursache dazu liegt daran, dass jede Wirtschaftsstörung endete im schnellen Anstieg der Arbeitslosenquote. Die flexible Arbeitsbedingungen haben derartige Konstruktion gebildet, dass bei jeder Wirtschaftsschock Tausende Arbeitslos binnen zwei Wochen waren.
Britischer Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entspricht geradezu demjenigen, zwischen einem willigen Käufer und einem willigen Verkäufer irgendeiner Dienstleistung. Niemand kann z.B. einem Unternehmer sagen, er habe einen Arbeiter ohne stichhaltigen Grund entlassen und müsse ihn wiedereinstellen oder Schadenersatz bezahlen. Dem französischen Arbeiter steht grundsätzlich ein jährlicher Mindesturlaub von drei Wochen zu, während die Arbeitgeber im Allgemeinen nicht verpflichtet sind, überhaupt bezahlten Urlaub zu gewähren. Der Mindestfrist der Kündigung nach einer Beschäftigungszeit von 6 Monaten war eine Woche (in Frankreich dagegen- 1 Monat).
Diese flexible Arbeitskonditionen können eine Erklärung für einen scharfen Kurs der Politik in Richtung der Vollbeschäftigung, um die sozialen Unruhen zu vermeiden. Staat diente als ein Beschäftigungspuffer, der alle Schocks ausgleichen versuchte.
2.3. Politische Herausforderungen
Post-war-settlement etablierte sich mit der spektakulären Niederlage der Konservativen (nur 31.1 % der Plätze, die Labour gewannen dagegen mit 61.9 % Parlamentsplätze), und dem Regierungswechsel von Churchill zu Attlee 1945. Der radikale Bruch in der vorherigen Wirtschafts- und Sozialpolitik bedeutete vor allem zahlreiche Verstaatlichungen, die seit langem ein wichtiger Bestandteil der Parteiprogrammatik bildeten, aber erst im Nachkriegszeit in der Tat umgesetzt wurden. Die Attlee- Jahren bildeten die Grundsteine den späteren Wachstum der Regierung.
Zwischen 1945 und 1951 die Eisen- und Stahlindustrie wurde verstaatlicht, sowie das Verkehrswesen, Gas- und Elektrizitätswirtschaft, Kohlenbergbau und sogar der zivile Luftverkehr wurden zu „nationalisierten Industrien“. Diese Branchen wurden der Kontrolle durch die Ministerien unterstellt (sog. Sponsoring Departments). Diese Tendenz zur Verstaatlichungen wurde nur wenig umstritten, weil sie Industrien betraf, die dringend reorganisiert sollten oder schon unter liberalen bzw. konservativen Regierungen irgendwelche Vorläufer gehabt hatten. (H. Abromeit, Entwicklungslinien im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, 359)
Die Anliebe zu sozialistischen Planung hat die ersten Jahren der Labour- Regierung definiert. Das Manifest vom Jahre 1945- "Let us face the future" deklarierte vor allem die Kontrolle über Preismechanismen, Nationalisierungsprogramme und keine frühe Auflösung der kriegsbedingten Beschränkungen.
2.3.1. Labour- Politik
Die britischen Linke waren 1945- 51 an der Macht. Mit dem traditionellen Laissez- faire war es vorbei. Stets wurde von den Linken gefordert, dass sich die Regierung in immer mehr Angelegenheiten einmische. Aber die Ministern lehnten ab zu planen und die Beamten spielten ein Art der Pantomime, indem sie haben stets versucht, alle Verantwortungsmacht zu entgehen. Also die Entscheidungen so zu treffen, dass die Rechenschaft ihn nicht aufbürden müsse. Die Beamten haben natürlich in den Verwaltungsfragen genügende Entscheidungsfreiheit gehabt, ohne deren ein moderner Staat nicht funktionieren könnte. Aber um die Probleme der Verantwortungsaufteilung zwischen Politiker und Beamten zu vermeiden, die Beamten scheinen keinerlei Initiative zu besitzen und machten alles als ob sie passive Werkzeuge in den Händen den Politiker wären.
Die Labour Regierung war stets gezwungen, ab und zu an den verschiedensten Stellen der Wirtschaft einzugreifen, um die gestrebte Gleichgewicht herbeizuführen. Es war eine gewaltige und schwierige Aufgabe, die Wirtschaft unter Vollbeschäftigung in Stabilität zu halten. Das "Weißbuch" über Vollbeschäftigung, die im Jahre 1944 herauskam, meinte:
".. in diesen Dingen werden wir Pioniere sein. Wir müssen uns daher
entschließen, aus der Erfahrung zu lernen; die Instrumente unserer neuen Politik
zu erfinden und zu verbessern, während wir diesem Ziel entgegengehen".
2.3.2. Ökonomische Herausforderungen
Diese ökonomische Herausforderungen sind typischerweise durch die vier prinzipiellen makroökonomischen Bedingungen beschrieben: Vollbeschäftigung, Preisstabilität, ökonomisches Wachstum und Bilanzierung der öffentlichen Ausgaben.
Dem Staat zukam eine neue Rolle der Stabilisierung und zugleich eine Verantwortung für Gesellschaft und Wirtschaft, die nach der Ära der umfangreichen Verstaatlichungen an die Staat fast völlig untergeordnet war. Man spricht auch über einen gewissen Anzahl der trade-offs, also den möglichen Abwechslungen zwischen den vier makroökonomischen Groessen.
Unseres Ausgangspunkt sollte die Überzeugung über der Vollbeschäftigung sein, dass aus der schwierigen Erfahrungen der Zwischenkriegszeiten kommt. Die Sozialsphäre war durch Anstieg der Stabilität und Sicherheit gekennzeichnet, was wiederum Wachstum der Sozialausgaben erforderte.
Die Ziele der Nachkriegsjahren waren durch den Wiederaufbau der Industrie und der Verstärkung der Haushalts definiert. In den früheren 50-ger Jahren die Forderungen nach ökonomisches Wachstum wurden redefniert in den Anstieg im Lebensqualität. Die Vermutungen der ökonomischen Untergang Groß-Britannien wurden noch gering, aber schon bemerkbar. Diese Bewusstsein hat im Jahre 1958 feste Basis erhalten, als die UN publizierte die ersten komparativen Statistiken der Bruttosozialprodukt auf der standardisierten Basis für alle OECD- Länder. Die britischen BNP- Wachstumsraten, die im Durchschnitt nur 2,5 % im Jahren 1949-1953 betrugen, waren alarmierend niedrig.
Die Gründe für die Verschlechterung der Wirstachaftswachstum können wie folgt definiert werden: einerseits die Kosten des Krieges- als Verlust im Staatshaushalt, Staatsdefizitvergrößerung und monatarisierter Verlust an Produktionsanlagen und Faktorausstattung, die länger als geglaubt sich amortisiert hatte, und zweitens, die Bestrebungen, Groß-Britannien als eine Weltmacht aufrecht zu erhalten schafften große Oportunitätskosten, die über Zeit angewachsen haben und lasteten über den öffentlichen Finanzen, Zahlungsbilanz und industriellen Kapazitäten. Diese Verhältnisse haben auch den Politikern überzeugt, um die öffentlichen Finanzen als ein Mittel der politischen Wettbewerb zu nutzen.
Spezifische ökonomische Aspekten des post-war-settlement haben zu Wachstum der Regierungssphäre geführt. Zuerst, die Politik der Vollbeschäftigung, die unter die naturelle Rate der Arbeitslosigkeit gezielt hat. Die Ökonomen der Epoche, wie z.B. Beveridge, meinten, dass die 3- prozentige Arbeitslosigkeit realisierbar war.
Die public choice Theorie besagt, dass die Länder mit großen politischen Wettbewerb werden den Wachstum von öffentlichen Sektor erfahren, und die gleiche Tendenz gilt für Länder mit dominierenden Linksparteien, weil diese Regierungen neigen mehr um die öffentlichen Finanzen zum Ausgleich der Marktdisparitäten zu benutzen. Aber dass war nicht der Fall in Groß-Britannien, wo in den untersuchten Periode 1945/ 1979 beide der Parteien herrschten 17 Jahre lang und die politische Instabilität war nicht größer als in anderen OECD Länder. Also die Ursache liegt woanders.
Das britische Steuersystem könnte eine Ursache sein. Im Jahre 1950, den ersten Jahr, wo wir über standarisierte Statistiken der OECD Länder verfügen, war die britische Steuerrate die höchste in den G-7 Ländergruppe. Die hohen Steuerraten verursachten den "Stop" des Wirtschaftszyklus. Die Ankurbelung des Zyklus erfolgte dann über Staatsausgaben auf keysianischer Grundlage.
Man glaubte, dass die Senkung der Industrieinvestitionen der einfachste Weg sei, um den Zahlungsbilanz zu entlasten. Und die Industrie war ein Sektor, der die Opfer bringen musste bei jedem Wechsel von Aufschwung zu Flaute, wo man die Investitionen beschneiden hat.
2.4 Anfänge der Planungseuphorie
Die französische Planer, die dringend nach den Methoden gesucht haben, um die französischen privaten Sektor dem langfristigen öffentlichen Interesse dienstbar machen zu können, haben den hervorragendsten Beispiel gerade in den Labour-regierten Groß- Britannien gefunden. Im Jahre 1948 waren die Grundelemente der modernen Planung in Britannien in so einem Masse vorhanden, wie in keinem anderen westeuropäischen Land. Die Engländer waren mit ihren Methoden um mehrere Jahre den kontinentalen Länder voraus. Nur die Schweden und Holländer könnten verglichen werden.
Hier wurde sogar der Bank of England wurde verstaatlicht und der Abhängigkeit der Regierung unterstellt. Die Labour- Regierung versuchte alles seiner Kontrollmacht unterstellen. Man redete von "Planung", von "wirtschaftliche Budgetaufstellung". Der erste alljährliche "Economic Survey" aus Jahre 1947 berichtete: " Gewisse in Friedenszeiten auftauchende Probleme wie die Kontrolle der Zahlungsbilanz, können mit annähernd denselben Methoden gemeistert werden, wie sie während des Krieges bei der Zuteilung von Arbeitskräften, Material und Frachtraum angewandt wurden" !
Die ersten Jahren der Nachkriegszeit waren durch den effektiven Knappheit an Rohstoffen und Nahrungsmitteln gekennzeichnet. Das bot die Grundlage zur "Planung", um den laufenden Bedarf bei der verstaatlichten Industrien zu decken, und dabei wurde der Anstieg der Marktpreise verhindert. Wenn es frei verkäuflich wäre, dann hätten die Preise angezogen, und wären die Rohstoffe zu den Zwecken verarbeitet, die der sozialen Politik der Regierung nicht entsprechen wurden.
2.4.1 NEDC als Planungsexperiment
Es ist charakteristisch für kapitalistische Planung, dass der Impuls, sich auf das anscheinend spekulative Prognosen zu orientieren, von den Industrien ausgeht, die große Kapitalien für langfristige Projekte ausgeben, die sich erst nach vielen Jahren amortisieren. Die Planung bietet hier eine Möglichkeit, Risiko zu vermindern. Es war genau der Fall der britischen Stahlindustrie. Die Schlüsselinstitution der 50-ger Jahre, die staatliche Kommission "Iron and Steel Board" hat festgestellt, dass die Festlegung der erforderten Stahlinvestitionen eine Untersuchung allen Wirtschaftstendenzen braucht. Das im Jahre 1961 ausgegebene Dritte Fünfjahresentwicklungsprogramm war ein Versuchsprogramm für die ein Jahr später erfolgte Einsetzung des NEDC (National Economic Development Councils).
Die Erfolge der Iron and Steel Board waren auf andere Industrien nicht übertragbar. Die Labour-Regierung versuchte, die öffentliche Interesse an einer Vielzahl anderer Industrien durch die gesetzliche Einsetzung der Development Councils im Griff zu bekommen. Die Idee der Development Councils folgte die im Jahren 1945-47 eingeführten Working Parties. Diese Arbeitsgruppen empfahlen die Gründung von Development Councils in elf Industrien, die für die Forschung und Exportförderung verantwortet werden sollen. Die Grundidee war die selbe wie in Frankreich: nach fünfzehn Jahren von Kriegen und Krisen eine Kollektivanstrengung war nötig, um die Industrien zu verbessern.
Die Reaktion der Industrie auf das neu verabschiedete Gesetz über Development Councils war fast völlig negativ. Nur vier Kommissionen wurden angesetzt und die Hälfte davon wurde durch die Unternehmen boykottiert. Auf der einer Seite, neuer Gesetz wurde als eine radikale Reformmaßnahme angekündigt, die den Ordnung bringen sollte. Außerdem war die Zusammensetzung der Mitglieder der Councils (Gewerkschaften, Arbeitgeber, „unabhängige“ Experten) nicht repräsentativ und wenig fortschrittlich. Dagegen die französischen Kommissionen "de modernisation" waren durch die größten und dynamischsten Firmen des bettreffenden Industriebranche beeinflusst, oder sogar dominiert.
Ein Beispiel aus der Praxis: Geodffrey Rippon, Minister für öffentliche Arbeiten, hat mit Hilfe der Bauaufträgen (in der Höhe von bis zu 250 Millionen Pfunde jährlich) die Bauwirtschaft dazu gebracht, dass die neue, produktivitätssteigernde und arbeitssparende Methoden eingeführt waren. Am bedeutsam war die Einführung der "Fertigbauweise", bei der die fabrikmäßig hergestellten Einzelteile auf der Baustelle montiert werden. Nur Dutzend großen und dynamischen Firmen erhielten die Aufträge auf Kosten der großen Zahl kleinen und höchst konservativen Kleinunternehmen. Das wäre die französische Politik gewesen.
Man sagt, dass die Geschichte der Development Councils die britische Spezialität illustriert, dass die staatliche und private Macht nicht gemischt, sondern streng voneinander gehalten werden soll.
2.4.2 Die Planung unter Konservativen
Nach der Regierungsübernahme durch die Konservativen im Jahre 1951 die Vollbeschäftigung und die kurzfristige Wirtschaftssteuerung wurde weiterhin von Tories fortgesetzt, ebenso wie das Sozialfürsorgesystem der Labour- Regierung.
Die damalige Tendenzen lenkten sich in Richtung vergangenen Jahrzehnten, wo die Marktfaktoren über die Wirtschaftslage entschieden haben und die Regierungen könnten es nur überwachen. Man hatte versucht, die Rolle des Staates zu begrenzen, stattdessen ein natürliches Spiel der konkurrierenden Privatinteressen einzuführen. Die Ideologen der Tories waren Verfechter der liberalen Doktrinen und Gegner der Planung, aber diese Tendenz dominierte nur in den früheren 50-ger Jahren. Die Ideologen haben die "Operation Roboter" vorgeschlagen, die darauf abzielte, Finanzrestriktionen im Währungstransaktionen abzuheben. Die staatlichen Behörden dürften dann nur mit zwei Faktoren das Wirtschaftsgeschehen beeinflussen: Festlegung des Diskontsatzes und Wechselkurs der Pfund Sterling. Obwohl der Plan abgelehnt wurde, die Kerngedanken blieben erhalten. Schon im Jahre 1957, um die Zahlungsbilanzkrise zu überwinden, hat der Schatzkanzler Peter Thorneycroft dem Kreditinstituten verboten, zusätzliche Mittel oder Kredite bereitzustellen. Wenn der Geldhahn zugedreht wurde, dann Inflation aufhören wird - so war die Gedanke. Mit diesen einfachen Methoden wurde sogar das Gegenteil hervorgerufen, also eine Deflation im Jahre 1957.
Später war aber die Doktrin von der "unsichtbaren Hand" in Misstrauen geraten. Die Tories erklärten sich wiederum für die Planung, aber nicht im Sinne der früheren Versuche. Diese neue Tendenz wird durch die verschiedene Beispiele aus anderen westeuropäischen Länder ausgerufen, vor allem die scheinbar so effektive französische Planification wurde neidisch beobachtet. Der neue Zeitgeist verkörperte sich in der neuen zentralen Planungsorganisation. Der "National Economic Development Council" (NEDC) , der die Wachstumspläne für die wichtigeren Wirtschaftszweige entwickeln soll. Der NEDC bestand aus Vertretern der Regierung, der Gewerkschaften, der Privatwirtschaft sowie der nationalisierten Wirtschaftsbranchen und unabhängigen Experten. Diese Organisation sollte mit Hilfe den National Economic Development Office (NEDO) und den so genannten little Neddies (Economic Development Councils) Wirtschaftsentwicklungspläne zusammenstellen. Diese Errungenschaften waren wenig radikal: Die staatliche Verantwortung für das Wirtschaftsleben war nichts neues, und deren Neuheit bestand nur darin, dass die tripartistische Verhandlungsstrukturen (die dreiseitige Kooperation von Regierung, Unternehmen und Gewerkschaften) institutionalisiert wurden.
Dazu kam die umfangreiche Reorganisation des Schatzamtes in ein Planungsbüro- innerhalb der Verwaltung (ein Art der Keimzelle der Planungsministerium).
Die Bestandsaufnahme der von den staatlichen Behörden kontrollierten Wirtschaftssphäre gibt uns die Auskunft über den außerordentlichen Umfang: die Gemeinden und Staat zusammen beschäftigten 3 Millionen Menschen, die 15 % aller Löhne und Gehalter verdienten. Der Staatssektor kumulierte über 40 % aller festen Kapitalanlagen und über 50 % der Bautätigkeit des Landes.
Es stellte sich bald heraus, dass diese Institutionalisierung keine der Probleme löste, die man glaubte zu lösen. Die Wachstumsziele waren ebenso unerreicht wie früher, das Schatzamt blieb weiterhin mit der Wirtschaftsteuerung überfordert, und die nächste Pfundkrise könnte nicht vermieden werden. Es wurden gewisse Erfolge erzielt, zum Beispiel die Arbeitslosenquote hat nie das Niveau von 3 Prozent überschritten. Jedoch erwies sich das staatliche Management der Wirtschaft als ganz schwierig, die Nebeneffekte waren Wachstumsstörungen und Währungskrisen.
Die Situation überdauerte in der Periode der Labour- Regierung von Harold Wilson, deren großzügige National Plans (1964-66, 1965-70) nur die Unzulänglichkeiten dieser Planungen bewiesen haben. Mann sagt, dass die Phase der Planung erst in 1970 praktisch beendet wurde.
2.4.3 Stop-and-go
Es wird oft gesagt, dass die gesamte Wirtschaftspolitik der 60-ger bis in die 70-ge Jahre durch die Stop-go- Politik geprägt wurde, also eine Mischung der künstlichen Ankurbelung und Bremsen des Wirtschaftszyklus. Man glaubte, mit der Wirtschaftssteuerung das Wachstumstempo der britischen Wirtschaft zu verbessern.
Die Öffentlichkeit kritisierte der meistens unglückliche Verlauf dieser interventionistischen Methoden, die Anpassung der öffentlichen Ausgaben und die Einkommen nicht balancieren könnten. Es begann eine Periode der Versuchsverfahrens auf der Suche nach irgendwelchen effektiven Steuerungsmechanismen. Es wurden immer neue Institutionen geschaffen, und jeder Regierungswechsel zog Veränderungen nach sich. Diese lange Phase der institutionellen Umschichtungen (1961-1979) wird oft als die Zeit der adversary politics bezeichnet. Die institutionelle Vielfalt hat eine neue Ordnung eingeführt: die gesamtwirtschaftliche Verantwortlichkeiten wurden zwischen der Schatzamt, dem Board of Trade und dem Departament of Economic Affairs unterteilt. Verschiedene Entscheidungsgremien wurden stets gegründet oder verändert und endlich abgeschafft. Man charakterisierte überzeugend dieser Art der Politik als „to move the institutional furniture around“ oder „reforms without change“.
2.4.4 Geplante Rückzug des Staates
Ein wichtiger Wandel von der Grundzügen des post-war settlement passierte erst unter dem konservativen Regierungschef Edward Heath. Das „Seldson man“ Programm dieser Regierung sah eine Politik der tiefen Rückzug des Staates aus der Wirtschaftssteuerung und Verzicht auf Steuerung der Ökonomie. Der öffentliche Sektor sollte geschrumpft werden und unrentable Unternehmen (lame ducks) sollten keine Unterstützung mehr finden. Regierungschef Heath hatte vor, den gewerkschaftlichen Einfluss zurückdrängen. Disengagement- Programm hatte zur Folge die Abschaffung ganzer Reihe der Steuerungsinstitutionen (National Board for Prices and Incomes, Industrial Reorganisation Corporation, ganze Menge von Economic Development Councils und Departament of Economic Affairs wurden zu Opfer der neuen Strategie). Der verschworene Verfechter des disengagement, John Davies (früherer Präsident des Dachverband der Industrie CBI), wurde zum Minister des neuen Departament of Trade and Industry berufen, die aus dem Board of Trade und dem Ministry of Technology gebildet wurde (und später in den achtziger Jahren als ministry-in-search-of-a-job benannt wurde).
Leider die kommende Zahlungsbilanzkrise ließ die geplante Rückzug nicht zu- die Regierung Heath ist wieder ab 1972 in die Wirtschaftssteuerung eingekommen- die aufgelösste Institutionen wurden geringfügig verändert und neu, unter anderen Namen gestaltet. Es wurden sogar mehrere in finanzielle Niederlage geratene Grossunternehmen verstaatlicht (z.B. Rolls Royce, Mersey Docks, Upper Clyde Shipbuilders).
2.5. Finaler Rücktritt des Staates
Der Abkehr vom post-war settlement und vom Modell des aktiven Staates war ein Misserfolg und bedeutete das Ende der Hoffnung, dass die Regierung zu einer auf Dauer effektiven Wirtschaftssteuerung fähig sei.
Die neue Labour- Regierung hat die Wachstumspolitik zum Ende gebracht, indem man die cash-limits eingeführt hat (1976). Das bedeutete ein Verzicht auf die bisherige keysianische Nachfrage- Steuerung sowie auf die Sozialpartner-Einbindung. Man konzentrierte sich vor allem auf das Sparen in der Regierungsapparat. Aber der richtige Rückzug des Staates fand erst in der Ära des Thatcherismus statt.
VERTIEFENDE BIBLIOGRAPHIE
S. Ball & A. Seldon (eds)
The Heath Government, 1970-1974 (1996)
S. Brooke
Labour’s War: The Labour Party during the Second World War (1992)
K. Jefferys
Retreat from New Jerusalem: British Politics 1951-1964. (1997)
D. Kavanagh & P. Morris
Consensus Politics from Attlee to Major (1994)
K.O. Morgan
The People’s Peace, (1992)
C. Ponting
Breach of Promise: The Labour Government 1964-1970 (1989)
A. Sked & C. Cook
Post-war Britain 1945-1992, (1993)
Adam Fularz, 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung..................................................................................................3
2. Historischer Hintergrund...........................................................................3
3. Staatskapitalismus und Planification..........................................................6
4. Elemente des Staatskapitalismus...............................................................7
4.1 Indikative Planung........................................................................7
4.2 Industriepolitik............................................................................11
4.3 Verstaatlichte und gemischte Unternehmen................................12
4.4 Preisbildung und Preiskontrolle..................................................14
4.5 Kreditpolitik................................................................................15
5. Einschätzung……………………………………………………………16
6. Literaturverzeichnis..................................................................................20
1. Einführung
2.1. Die Situation nach dem Krieg
2.2. Merkmale der post-war- selltement
2.2.1 Hybriden der gemischten Ökonomie
2.2.2. Vollbeschäftigungspolitik
2.3. Politische Herausforderungen
2.3.1. Labour- Politik
2.3.2. Ökonomische Herausforderungen
2.4 Anfänge der Planungseuphorie
2.4.1 NEDC als Planungsexperiment
2.4.2 Die Planung unter Konservativen
2.4.3 Stop-and-go
2.4.4 Erosion des settlements
2.5 Finaler Rücktritt des Staates
3. Zusammenfassung und Schluss
1. Einführung
Man betrachtet Groß- Britannien heute als ein Land der radikalen und liberalen Kapitalismus, als ein Musterbeispiel der liberalen Marktwirtschaft. Die Eiserne Lady- Frau Thatcher wurde zum Kennzeichen des Vereinigten Koenigreichs. Jedoch die meisten Europäer wissen nicht, wogegen die Regierungsperiode von Frau Thatcher ausgetreten ist mit Ihrer strengen Kurs in Richtung Marktwirtschaft. Schauen wir naher rein in die Wirtschaftsgeschichte Groß- Britannien, um die Ursachen für die radikale liberale Politik der Thatcherismus.
Die Wirtschaftsgeschichte Groß- Britannien der Nachkriegsperiode zeigt einen unglaublichen Abkehr von der fruehren Politik.
Groß-Britannien: dieses Land gilt heute zusammen mit den USA als In Groß-Britannien ist der Begriff Staat nicht im kontinentaleuropäischen Sinn benutzt, um die gegenüber der Gesellschaft stehende völlig autonome unabhängige Herschaffinstitution zu bezeichnen, sondern es handelt sich vielmehr um eine paternalistische Obrigkeit der Herrschaftsinstitutionen und laissez- faire, was zu Markenzeichen des Thatcherismus wurde. Groß- Britannien wird oft als eine „stateless society par excellence“ bezeichnet
[1].
Es war aber nicht die ganze Zeit so gewesen. Die Grosse Depression vom Jahre 1929 und die danach folgende 15 Jahren der Krisen und Kriegen bedeuteten für die Briten eine ganze Reihe der kollektiven Anstrengungen und zentralisierten, kriegsbeingten Wirtschaftssteuerung. Kurz danach eine neue Ära ist gekommen: die der Großregierung und der Elephantosis des öffentlichen Sektors.
Die Briten meinten, dass sie eine "much governed nation" seien. Die stattliche Regulierung und Einmischung ging zunächst von den Gemeindebehörden aus, aber im Laufe der Zeit sich bei den zentralen Institutionen in London anlagerte. Diese Situation schaffte feste Grundlagen fuer die Herausbildung der spaeteren System.
Nach 1945 (Regierungswechsel von Churchill zu Attlee) wurde Großbritannien durch exzessive Verstaatlichungen und keynesianischer Wirtschaftspolitik gekennzeichnet. Diese bestimmte Phase in der Entwicklung der modernen britischen Wirtschaft dauerte bis Regierungsantritt von Frau Thatcher und wurde durch statism gekennzeichnet- also die unmittelbare Verantwortlichkeit der Regierung für das Wirtschafts- und Sozialleben
[2].
Bis weit in die sechziger Jahre konzentrierte sich die britische "Wirtschaftstaat" auf die Vollbeschäftigungspolitik und der Unternehmensbereich war zuständig für die Entwicklung und Modernisierung der Wirtschaft. Auch die Versuche aktiver Industriepolitik im folgenden Jahrzehnt nahmen sich im internationalen Vergleich eher bescheiden aus.
Es wird oft gesagt, dass diese neue Harmonie der Staatlichen Einmischung in das Wirtschaftsleben hatte zum einen wesentlich mit der Erfahrung der Kriegswirtschaft zu tun: es wurde erkannt, was administrativ machbar wurde, und die Kooperation hat Regierung und Gewerkschaften viel gelernt. Diese Tendenz erwuchs auch aus der gewissen Überzeugung, dass die Popularität und Wählbarkeit aus der erfolgreichen Management des Wohlfahrtsstaates kommt.
Der statism der Nachkriegszeit herrschte aber nicht unangefochten, allen Verstaatlichungen und Planungsambitionen zu Trotz. Er wurde auch durch mehrere Modifikationen und Begrenzungen geprägt, die oft von der Seite der parastaatlichen Formen der Kontrolle, den unabhängigen Gremien auskamen. Man nennt diese Form der Überwachung als indirect government die aus der Tradition der stateless society kommt.
2.1. Die Situation nach dem Krieg
Das post-war settlement etablierte sich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg und markierte einen rapiden Wechsel in der bisherigen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Man sagt, dass der Wechsel um so radikaler war, als es sich ein Art der überparteilicher „Nachkriegskonsens“ herausstellte. Die Hauptursache dieses Wandels war der Krieg, der die neue kollektive Gesellschaftsbeziehungen gestaltet hat. Der Krieg zeigte die Machbarkeit und Kraft der kollektiven Ausstrengung, um den öffentlichen Bedarf zu decken, schaffte neue Bureaukratien, die sich schnell über ihre riesige Steuerungsmacht überzeugt haben.
Der Zweite Weltkrieg war wesentlich länger und umfasste breitere Gebiete als der Erste. Deswegen erforderte er mehr von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Engagement, eigentlich erforderte er totales Engagement. In der Kriegsspitzenzeiten circa 45 % der Bevölkerung wurde mobilisiert oder arbeitete für die Kriegsmaschinerie. Noch in den Nachkriegszeiten 30 % den Ausgaben der britischen Konsumenten wurden rationiert. Im Jahre 1946 wurde sogar entschieden, Brot zu rationieren!
Es gab evidente Lerneffekte aus dieser Periode, und die davonkommende Zentralplanung hat zunehmende Rolle auch in der ersten Jahren der Nachkriegszeit gespielt. Eine fragliche These besagt also, dass die allokativen Funktionen auf den Märkten durch die Staat in den Kriegesjahren aufgenommen wurden und später nur einfach beibehalten wurden
[3].
Die Öffentlichkeit erinnerte sich auch an den Wirtschaftsaufschwung nach dem Ersten Weltkrieg. Gleich danach kam ein Wirtschaftskrise (slump). Politiker waren bewusst von dieser Bedrohung und versuchten diese Tendenzen verhindern, indem sie die Wirtschaft steuern wollten.
2.2. Merkmale der post-war- selltement
Mixed economy ist charakterisiert durch eine Wirtschaft mit ausgedehntem öffentlichen Unternehmenssektor und einer allgemein akzeptierten Führungsrolle der Regierung. Dazu kommen die weiteren charakteristischen Merkmale des post-war consensus:
Wichtige Merkmale des „post-war selltement“ (nach Middleton
[4])
1. Mixed economy- eine Wirtschaft mit ausgedehnten öffentlichen Unternehmenssektor und einer allgemein akzeptierten Führungsrolle der Regierung
2. Vollbeschäftigungspolitik auf keynesianischer Grundlage.
3. Gewerkschaften wurden durch die Regierung als ernstzunehmende Verhandlungspartner akzeptiert und deren Kooperation hoher Stellenwert beigemessen wurde.
4. Wohlfahrtstaat nach den Prinzipien des Beveridge Report von 1942, unter Einschluss National Health Service (kostenfreien Gesundheitsdienstes), den größten Arbeitgeber Europas
5. Rückzug aus der imperialistischen Politik, geopolitische Annahmen (Atomwaffe und Mitgliedschaft in NATO)
Der Nachkriegskonsens erstreckte sich denn weniger auf die Einzelmerkmale des settlement, über deren Verlauf gestritten wurde, sondern auf die neue Taktik des Staatshandelns, auf dem das ganze Prozess beruhte. Der Staat galt als grundsätzlich allverantwortlich
[5]. Im Jahre 1948 war die moderne Planung in Großbritannien so fortgeschritten wie in keinem anderen größeren westlichen Land.
2.2.1 Hybriden der gemischten Ökonomie
In der Zeiten des post-war settlement ganze Branchen des Wirtschaftsleben befanden sich in öffentlicher Hand, da die nationalisierten Industrien jeweils eine Wirtschaftszweig zusammenfassten (Ausnahme: Stahlindustrie) und bildeten eine Art der Staatsmonopole. Es wurde sogar gesagt, das der Staat die „Kommandohöhen der Wirtschaft“ unangefochten besetzt hielt!
Genau genommen, die nationalisierten Industrien waren „hybrids“, d.h. sie waren in öffentlichen Eigentum, aber privatwirtschaftlich geführt. Der Staat hat hier eine gesamtwirtschaftliche Führungsrolle erhalten, und musste zugleich die benötigten Instrumenten herausbilden, um die Kontrollaufgaben auszufüllen.
Die Kontrollmethoden folgten meistens dem arm’s length approach, also die Parlaments- und Parteieinflüsse sollten aus der Führungsrolle heraushalten. Parlament hatte nur Einfluss dafür, ob der zuständige Minister die Kontrollaufgaben nachkam. Die unklare Verteilung der Kompetenzen zwischen sponsoring ministers und dem chairman oder Aufsichtsrat des Unternehmens verursachte ewige Streite. Die „public corporations“ verfügten von Anfang an über starke Stellung und der chairman könnte immer sich an die Öffentlichkeit beklagen, wenn in seine day-to-day Aktivitäten eingegriffen wurde
[6].
Schnell stellte es sich heraus, dass die nationalisierten Industrien schwer zu steuern waren, um die staatliche Wirtschaftspolitik zu realisieren. Ihre Investitionspläne und weit bestrittene Stillegungspläne folgten stärker als in der Privatwirtschaft den Vorlieben und Ideen der führenden Managers. Diese Managers, einmal ernannt, verfügten über ähnliche Unabhängigkeit und Unkontrollierbarkeit wie die Chefs von großen börsennotierten Privatunternehmen. Auf die Dauer die Tätigkeit der öffentlichen Managers wurde teuer, und die öffentlichen Kontrolleure während mehreren Reformanlaufen begrenzten sich meistens nur an die Festlegung der Finanzpläne (um damit die Sparsamkeitszielen zu erreichen). Diese ministerielle Kontrolle reduzierte sich auf ein Art gewisser Effizienzkontrolle. Die Ministerialbeamten, die diese Aufsichtsaufgaben als part-time members der Aufsichtsraten erfüllen sollten, waren mangels Spezialwissens nicht wirklich in der Lage, um diese Ziele zu realisieren.
Diese Eroberung der „Kommandohöhen der Wirtschaft“ hatte die Einflusssphäre des Staates nur wenig erweitert. Man rief sogar zu „Sozialisierung der öffentlichen Unternehmen“. Die Staatsunternehmen waren hybrids, Mischlingen der kommerziellen und sozialen Einflusssphären.
2.2.2 Vollbeschäftigungspolitik
Vollbeschäftigungspolitik auf keynesianischer Grundlage war eine der Hauptmerkmalen der neuen Ordnung. Die Ursache dazu liegt daran, dass jede Wirtschaftsstörung im schnellen Anstieg der Arbeitslosenquote endete. Die flexible Arbeitsbedingungen haben derartige Konstruktion gebildet, dass bei jeder Wirtschaftsschock Tausende Arbeitslose binnen zwei Wochen auf der Strassen protestierten.
Britischer Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entspricht geradezu demjenigen, zwischen einem willigen Käufer und einem willigen Verkäufer irgendeiner Dienstleistung. Niemand kann z.B. einem Unternehmer sagen, er habe einen Arbeiter ohne stichhaltigen Grund entlassen und müsse ihn wiedereinstellen oder Schadenersatz bezahlen. Dem französischen Arbeiter steht grundsätzlich ein jährlicher Mindesturlaub von drei Wochen zu, während die britische Arbeitgeber im Allgemeinen nicht verpflichtet sind, überhaupt bezahlten Urlaub zu gewähren. Der Mindestfrist der Kündigung nach einer Beschäftigungszeit von 6 Monaten war eine Woche (in Frankreich dagegen- 1 Monat).
Diese flexible Arbeitskonditionen können eine Erklärung für einen scharfen Kurs der Politik in Richtung der Vollbeschäftigung bilden, um die möglichen sozialen Unruhen zu vermeiden. Staat diente als ein Beschäftigungspuffer, der alle Schocks ausgleichen versuchte.
2.3. Politische Herausforderungen
Post-war-settlement etablierte sich mit der spektakulären Niederlage der Konservativen (nur 31.1 % der Plätze, die Labour gewannen dagegen mit 61.9 % Parlamentsplätze), und dem Regierungswechsel von Churchill zu Attlee 1945. Der radikale Bruch in der vorherigen Wirtschafts- und Sozialpolitik bedeutete vor allem zahlreiche Verstaatlichungen, die seit langem ein wichtiger Bestandteil der Parteiprogrammatik bildeten, aber erst im Nachkriegszeit in der Tat umgesetzt wurden. Die Attlee- Jahren bildeten die Grundsteine den späteren Wachstum der Regierung.
Zwischen 1945 und 1951 die Eisen- und Stahlindustrie wurde verstaatlicht, sowie das Verkehrswesen, Gas- und Elektrizitätswirtschaft, Kohlenbergbau und sogar der zivile Luftverkehr wurden zu „nationalisierten Industrien“. Diese Branchen wurden der Kontrolle durch die Ministerien unterstellt (sog. Sponsoring Departments). Diese Tendenz zur Verstaatlichungen wurde nur wenig umstritten, weil sie Industrien betraf, die dringend reorganisiert sollten oder schon unter liberalen bzw. konservativen Regierungen irgendwelche Vorläufer gehabt hatten
[7].
2.3.1. Labour- Politik
Die britischen Linke waren 1945- 51 an der Macht. Mit dem traditionellen Laissez- faire war es vorbei. Es ist die Anliebe zu sozialistischen Planung, was die ersten Jahren der Labour- Regierung definiert hat . Das Manifest vom Jahre 1945- "Let us face the future" deklarierte vor allem die Kontrolle über Preismechanismen, Nationalisierungsprogramme und keine frühe Auflösung der kriegsbedingten Beschränkungen.
Stets wurde von den Linken gefordert, dass sich die Regierung in immer mehr Angelegenheiten einmische. Aber die Ministern lehnten ab zu planen und die Beamten spielten ein Art der Pantomime, indem sie stets versucht haben, alle Verantwortungsmacht zu entgehen. Also die Entscheidungen so zu treffen, dass die Rechenschaft ihn nicht aufbürden müsse. Die Beamten haben natürlich in den Verwaltungsfragen genügende Entscheidungsfreiheit gehabt, ohne deren ein moderner Staat nicht funktionieren könnte. Aber um die Probleme der Verantwortungsaufteilung zwischen Politiker und Beamten zu vermeiden, die Beamten scheinen keinerlei Initiative zu besitzen und machten alles als ob sie passive Werkzeuge in den Händen den Politiker wären
[8].
Die Labour Regierung war stets gezwungen, ab und zu an den verschiedensten Stellen der Wirtschaft einzugreifen, um die gestrebte Gleichgewicht herbeizuführen. Es war eine gewaltige und schwierige Aufgabe, die Wirtschaft unter Vollbeschäftigung in Stabilität zu halten. Das "Weißbuch" über Vollbeschäftigung, die im Jahre 1944 herauskam, meinte: ".. in diesen Dingen werden wir Pioniere sein. Wir müssen uns daher entschließen, aus der Erfahrung zu lernen; die Instrumente unserer neuen Politik zu erfinden und zu verbessern, während wir diesem Ziel entgegengehen" (zitiert nach Shonfield, Andrew, 1968).
2.3.2. Ökonomische Herausforderungen
Die ökonomische Herausforderungen der ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit sind typischerweise durch die vier prinzipiellen makroökonomischen Bedingungen beschrieben: Vollbeschäftigung, Preisstabilität, ökonomisches Wachstum und Bilanzierung der öffentlichen Ausgaben
[9].
Dem Staat zukam eine neue Rolle der Stabilisierung und zugleich eine Verantwortung für Gesellschaft und Wirtschaft, die nach der Ära der umfangreichen Verstaatlichungen an die Staat fast völlig untergeordnet war. Man spricht auch über einen gewissen Anzahl der trade-offs, also den möglichen Abwechslungen zwischen den vier makroökonomischen Groessen.
Unseres Ausgangspunkt sollte die Überzeugung über die Vollbeschäftigung sein, dass aus der schwierigen Erfahrungen der Zwischenkriegszeiten kommt. Die Sozialsphäre war durch Anstieg der Stabilität und Sicherheit gekennzeichnet, was wiederum Wachstum der Sozialausgaben erforderte.
Die Ziele der Nachkriegsjahren waren durch den Wiederaufbau der Industrie und der Verstärkung des Haushalts definiert. In den früheren 50-ger Jahren die Forderungen nach ökonomisches Wachstum wurden redefniert in den Anstieg im Lebensqualität. Die Vermutungen der ökonomischen Untergang Groß-Britanniens wurden noch gering, aber schon bemerkbar. Diese Bewusstsein hat im Jahre 1958 feste Basis erhalten, als die UN die ersten komparativen Statistiken der Bruttosozialprodukt auf der standardisierten Basis für alle OECD- Länder publizierte. Die britischen BNP- Wachstumsraten, die im Durchschnitt nur 2,5 % im Jahren 1949-1953 betrugen, waren alarmierend niedrig.
Die Gründe für die Verschlechterung der Wirstachaftswachstum können wie folgt definiert werden: einerseits die Kosten des Krieges- als Verlust im Staatshaushalt, Staatsdefizitvergrößerung und monetarisierter Verlust an Produktionsanlagen und Faktorausstattung, die länger als geglaubt sich amortisiert hatten, und zweitens, die Bestrebungen, Groß-Britannien als eine Weltmacht aufrecht zu erhalten, schafften große Oportunitätskosten, die über die Zeit angewachsen haben und lasteten über die öffentlichen Finanzen, Zahlungsbilanz und industriellen Kapazitäten. Diese Verhältnisse haben auch den Politikern überzeugt, um die öffentlichen Finanzen als ein Mittel der politischen Wettbewerb zu nutzen.
Spezifische ökonomische Aspekten des post-war-settlement haben zu Wachstum der Regierungssphäre geführt. Zuerst, die Politik der Vollbeschäftigung, die unter die naturelle Rate der Arbeitslosigkeit gezielt hat. Die Ökonomen der Epoche, wie z.B. Beveridge, meinten, dass die 3- prozentige Arbeitslosigkeit realisierbar war, was natürlich zu niedrig gezielt war und erforderte große staatliche Interventionen, um das Vakuum im Arbeitsmarkt zu erhalten.
Die public choice Theorie besagt, dass die Länder mit großen politischen Wettbewerb werden den Wachstum von öffentlichen Sektor erfahren, und die gleiche Tendenz gilt für Länder mit dominierenden Linksparteien, weil diese Regierungen neigen mehr um die öffentlichen Finanzen zum Ausgleich der Marktdisparitäten zu benutzen. Aber dass war nicht der Fall in Groß-Britannien, wo in den untersuchten Periode 1945/ 1979 beide der Parteien herrschten 17 Jahre lang und die politische Instabilität war nicht größer als in anderen OECD Länder. Also die Ursache liegt woanders.
Das britische Steuersystem könnte eine Ursache sein. Im Jahre 1950, den ersten Jahr, wo wir über standarisierte Statistiken der OECD Länder verfügen, war die britische Steuerrate die höchste in den G-7 Ländergruppe. Die hohen Steuerraten verursachten den "Stop" des Wirtschaftszyklus. Die Ankurbelung des Zyklus erfolgte dann über Staatsausgaben auf keysianischer Grundlage.
Man glaubte, dass die Senkung der Industrieinvestitionen der einfachste Weg sei, um den Zahlungsbilanz zu entlasten. Und die Industrie war ein Sektor, der die Opfer bringen musste bei jedem Wechsel von Aufschwung zu Flaute, wo man die Investitionen beschneiden hat.
2.4 Anfänge der Planungseuphorie
Die französische Planer, die dringend nach den Methoden gesucht haben, um die französischen privaten Sektor dem langfristigen öffentlichen Interesse dienstbar machen zu können, haben den hervorragendsten Beispiel gerade in den Labour-regierten Groß- Britannien gefunden. Im Jahre 1948 waren die Grundelemente der modernen Planung in Britannien in so einem Masse vorhanden, wie in keinem anderen westeuropäischen Land. Die Engländer waren mit ihren Methoden um mehrere Jahre den kontinentalen Länder voraus. Nur die Schweden und Holländer könnten verglichen werden.
Hier wurde sogar der Bank of England verstaatlicht und der Abhängigkeit der Regierung unterstellt. Die Labour- Regierung versuchte alles seiner Kontrollmacht unterstellen. Man redete von "Planung", von "wirtschaftliche Budgetaufstellung". Der erste alljährliche "Economic Survey" aus Jahre 1947 berichtete: " Gewisse in Friedenszeiten auftauchende Probleme wie die Kontrolle der Zahlungsbilanz, können mit annähernd denselben Methoden gemeistert werden, wie sie während des Krieges bei der Zuteilung von Arbeitskräften, Material und Frachtraum angewandt wurden" (zitiert nach Shonfield, Andrew, 1968, Seite 102)
Die ersten Jahren der Nachkriegszeit waren durch den effektiven Knappheit an Rohstoffen und Nahrungsmitteln gekennzeichnet. Das bot die Grundlage zur "Planung", um den laufenden Bedarf bei der verstaatlichten Industrien zu decken, und dabei wurde der Anstieg der Marktpreise verhindert. Wenn es frei verkäuflich wäre, dann hätten die Preise angezogen, und wären die Rohstoffe zu den Zwecken verarbeitet, die der sozialen Politik der Regierung nicht entsprechen wurden.
2.4.1 NEDC als Planungsexperiment
Es ist charakteristisch für kapitalistische Planung, dass der Impuls, sich auf das anscheinend spekulative Prognosen zu orientieren, von den Industrien ausgeht, die große Kapitalien für langfristige Projekte ausgeben, die sich erst nach vielen Jahren amortisieren. Die Planung bietet hier eine Möglichkeit, Risiko zu vermindern. Es war genau der Fall der britischen Stahlindustrie. Die Schlüsselinstitution der 50-ger Jahre, die staatliche Kommission "Iron and Steel Board" festgestellt hatte, dass die Festlegung der erforderten Stahlinvestitionen eine Untersuchung allen Wirtschaftstendenzen braucht. Das im Jahre 1961 ausgegebene Dritte Fünfjahresentwicklungsprogramm war ein Versuchsprogramm für die ein Jahr später erfolgte Einsetzung des NEDC (National Economic Development Councils)
Die Erfolge der Iron and Steel Board waren auf andere Industrien nicht übertragbar. Die Labour-Regierung versuchte, die öffentliche Interesse an einer Vielzahl anderer Industrien durch die gesetzliche Einsetzung der Development Councils im Griff zu bekommen. Die Idee der Development Councils folgte die im Jahren 1945-47 eingeführten Working Parties. Diese Arbeitsgruppen empfahlen die Gründung von Development Councils in elf Industrien, die für die Forschung und Exportförderung verantwortet werden sollen. Die Grundidee war die selbe wie in Frankreich: nach fünfzehn Jahren von Kriegen und Krisen eine Kollektivanstrengung war nötig, um die Industrien zu verbessern.
Die Reaktion der Industrie auf das neu verabschiedete Gesetz über Development Councils war fast völlig negativ. Nur vier Kommissionen wurden angesetzt und die Hälfte davon wurde durch die Unternehmen boykottiert. Auf der einer Seite, neuer Gesetz wurde als eine radikale Reformmaßnahme angekündigt, die den Ordnung bringen sollte. Außerdem war die Zusammensetzung der Mitglieder der Councils (Gewerkschaften, Arbeitgeber, „unabhängige“ Experten) nicht repräsentativ und wenig fortschrittlich. Dagegen die französischen Kommissionen "de modernisation" waren durch die größten und dynamischsten Firmen des bettreffenden Industriebranche beeinflusst, oder sogar dominiert.
Ein Beispiel aus der Praxis
[10]: Geodffrey Rippon, Minister für öffentliche Arbeiten, hat mit Hilfe der Bauaufträgen (in der Höhe von bis zu 250 Millionen Pfunde jährlich)
die Bauwirtschaft dazu gebracht, dass die neue, produktivitätssteigernde und arbeitssparende Methoden eingeführt waren. Am bedeutsam war die Einführung der "Fertigbauweise", bei der die fabrikmäßig hergestellten Einzelteile auf der Baustelle montiert werden. Nur Dutzend großen und dynamischen Firmen erhielten die Aufträge auf Kosten der großen Zahl kleinen und höchst konservativen Kleinunternehmen. Das wäre die französische Politik gewesen.
Man sagt, dass die Geschichte der Development Councils die britische Spezialität illustriert, dass die staatliche und private Macht nicht gemischt, sondern streng voneinander gehalten werden soll.
2.4.2 Die Planung unter Konservativen
Nach der Regierungsübernahme durch die Konservativen im Jahre 1951 die Vollbeschäftigung und die kurzfristige Wirtschaftssteuerung wurde weiterhin von Tories fortgesetzt, ebenso wie das Sozialfürsorgesystem der Labour- Regierung.
Die damalige Tendenzen lenkten sich in Richtung vergangenen Jahrzehnten, wo die Marktfaktoren über die Wirtschaftslage entschieden haben und die Regierungen könnten es nur überwachen. Man hatte versucht, die Rolle des Staates zu begrenzen, und stattdessen ein natürliches Spiel der konkurrierenden Privatinteressen einzuführen. Man war der Meinung, dass die Regierung sich zu viele Aufgaben aufgeladen habe. Die Ideologen der Tories waren Verfechter der liberalen Doktrinen und Gegner der Planung, aber diese Tendenz dominierte nur in den früheren 50-ger Jahren.
Die Ideologen haben die "Operation Roboter" vorgeschlagen, die darauf abzielte, Finanzrestriktionen im Währungstransaktionen abzuheben. Die staatlichen Behörden dürften dann nur mit zwei Faktoren das Wirtschaftsgeschehen beeinflussen: ueber Festlegung des Diskontsatzes und Pfund Sterling Wechselkursanpassung. Obwohl der Plan abgelehnt wurde, die Kerngedanken blieben erhalten. Schon im Jahre 1957, um die Zahlungsbilanzkrise zu überwinden, hat der Schatzkanzler Peter Thorneycroft dem Kreditinstituten verboten, zusätzliche Mittel oder Kredite bereitzustellen. Wenn der Geldhahn zugedreht wurde, dann Inflation aufhören wird - so war die Gedanke. Mit diesen einfachen Methoden wurde sogar das Gegenteil hervorgerufen, also eine Deflation im Jahre 1957.
Später war aber die Doktrin von der "unsichtbaren Hand" in Misstrauen geraten. Die Tories erklärten sich wiederum für die Planung, aber nicht im Sinne der früheren Versuche. Diese neue Tendenz wird durch die verschiedene Beispiele aus anderen westeuropäischen Länder ausgerufen, vor allem die scheinbar so effektive französische Planification wurde neidisch beobachtet. Der neue Zeitgeist verkörperte sich in der neuen zentralen Planungsorganisation.
Der "National Economic Development Council" (NEDC) , der die Wachstumspläne für die wichtigeren Wirtschaftszweige entwickeln soll. Der NEDC bestand aus Vertretern der Regierung, der Gewerkschaften, der Privatwirtschaft sowie der nationalisierten Wirtschaftsbranchen und unabhängigen Experten. Diese Organisation sollte mit Hilfe den National Economic Development Office (NEDO) und den so genannten little Neddies (Economic Development Councils) die Wirtschaftsentwicklungspläne zusammenstellen. Diese Errungenschaften waren wenig radikal: die staatliche Verantwortung für das Wirtschaftsleben war nichts neues, und deren Neuheit bestand nur darin, dass die tripartistische Verhandlungsstrukturen (die dreiseitige Kooperation von Regierung, Unternehmen und Gewerkschaften) institutionalisiert wurden
[11]. Dazu kam die umfangreiche Reorganisation des Schatzamtes in ein innerhalb der Verwaltung agierendes Planungsbüro (ein Art der Keimzelle der Planungsministerium).
Die Bestandsaufnahme der von den staatlichen Behörden kontrollierten Wirtschaftssphäre gibt uns die Auskunft über den außerordentlichen Umfang des Wohlfahrtstaats: die Gemeinden und Staat zusammen beschäftigten 3 Millionen Menschen, die 15 % aller Löhne und Gehalter verdienten. Der Staatssektor kumulierte über 40 % aller festen Kapitalanlagen und über 50 % der Bautätigkeit des Landes.
Es stellte sich bald heraus, dass diese Institutionalisierung keine der Probleme löste, die man glaubte zu lösen. Die Wachstumsziele waren ebenso unerreicht wie früher, das Schatzamt blieb weiterhin mit der Wirtschaftsteuerung überfordert, und die nächste Pfundkrise könnte nicht vermieden werden. Es wurden gewisse Erfolge erzielt, zum Beispiel die Arbeitslosenquote hat nie das Niveau von 3 Prozent überschritten. Jedoch erwies sich staatliches Management der Wirtschaft als ganz schwierig, die Nebeneffekte waren Wachstumsstörungen und Währungskrisen.
Die Situation überdauerte in der Periode der Labour- Regierung von Harold Wilson, deren großzügige National Plans (1964-66, 1965-70) nur die Unzulänglichkeiten dieser Planungen bewiesen haben. Mann sagt, dass die Phase der Planung erst in 1970 praktisch beendet wurde.
2.4.3 Stop-and-go
Es wird oft gesagt, dass die gesamte Wirtschaftspolitik der 60-ger bis in die 70-ge Jahre durch die Stop-go- Politik geprägt wurde, also eine Mischung der künstlichen Ankurbelung und Bremsen des Wirtschaftszyklus. Man glaubte, mit der Wirtschaftssteuerung das Wachstumstempo der britischen Wirtschaft zu verbessern.
Die Öffentlichkeit kritisierte der meistens unglückliche Verlauf dieser interventionistischen Methoden, die Anpassung der öffentlichen Ausgaben und die Einkommen nicht balancieren könnten. Es begann eine Periode der Versuchsverfahrens auf der Suche nach irgendwelchen effektiven Steuerungsmechanismen. Es wurden immer neue Institutionen geschaffen, und jeder Regierungswechsel zog Veränderungen nach sich. Diese lange Phase der institutionellen Umschichtungen (1961-1979) wird oft als die Zeit der adversary politics bezeichnet. Die institutionelle Vielfalt hat eine neue Ordnung eingeführt: die gesamtwirtschaftliche Verantwortlichkeiten wurden zwischen der Schatzamt, dem Board of Trade und dem Departament of Economic Affairs unterteilt. Verschiedene Entscheidungsgremien wurden stets gegründet oder verändert und endlich abgeschafft. Man charakterisierte überzeugend dieser Art der Politik als „to move the institutional furniture around“ oder „reforms without change“
[12].
2.4.4 Erosion des settlements
Ein wichtiger Wandel von der Grundzügen des post-war settlement passierte erst unter dem konservativen Regierungschef Edward Heath. Das „Seldson man“ Programm dieser Regierung sah eine Politik der tiefen Rückzug des Staates aus der Wirtschaftssteuerung und Verzicht auf Steuerung der Ökonomie. Der öffentliche Sektor sollte geschrumpft werden und unrentable Unternehmen (lame ducks) sollten keine Unterstützung mehr finden. Regierungschef Heath hatte vor, den gewerkschaftlichen Einfluss zurückdrängen.
Disengagement- Programm hatte zur Folge die Abschaffung ganzer Reihe der Steuerungsinstitutionen (National Board for Prices and Incomes, Industrial Reorganisation Corporation, ganze Menge von Economic Development Councils und Departament of Economic Affairs wurden zu Opfer der neuen Strategie). Der verschworene Verfechter des disengagement, John Davies (früherer Präsident des Dachverband der Industrie CBI), wurde zum Minister des neuen Departament of Trade and Industry berufen, die aus dem Board of Trade und dem Ministry of Technology gebildet wurde (und später in den achtziger Jahren als ministry-in-search-of-a-job benannt wurde).
Leider die kommende Zahlungsbilanzkrise ließ die geplante Rückzug nicht zu- die Regierung Heath ist wieder ab 1972 in die Wirtschaftssteuerung eingekommen- die aufgelösste Institutionen wurden geringfügig verändert und neu, unter anderen Namen gestaltet. Es wurden sogar mehrere in finanzielle Niederlage geratene Grossunternehmen verstaatlicht (z.B. Rolls Royce, Mersey Docks, Upper Clyde Shipbuilders).
2.5. Finaler Rücktritt des Staates
Der Abkehr vom post-war settlement und vom Modell des aktiven Staates war ein Misserfolg und bedeutete das Ende der Hoffnung, dass die Regierung zu einer auf Dauer effektiven Wirtschaftssteuerung fähig sei. Auch die Labour änderte ihr Gesichtspunkt. Die folgende Rede der Regierungschef auf der Parteikonferenz im Jahre 1976 zeigt den Wandel der intellektuellen Vorstellungen und die annahehrende Schluss dieser Ära:
„We used to think that you could spend your way out of a recession, and increase
employment by cutting taxes and boosting Government spending. I tell you in all
candour that that opinion no longer exists, and that in so far as it ever did
exist, in only worked by injecting a bigger dose of inflation into the economy,
followed by a higher level of unemployment as the next step. We have just
escaped from the (sic) highest rate of inflation this country has known, we have
not yet escaped from the consequences: high unemployment. That is the history of
the last 20 years.”
(zitiert nach: Middleton, 2000
[13])
Diese Rede wurde durch eine Verschärfung der Haushaltsdisziplin und Änderung der Nachkriegsphilosophie gefolgt. Diese Brutalität der Labour Regierung bedeutete auch die massivste Kurzungen der öffentlichen Ausgaben in der ganzen Nachkriegszeit.
Die neue Labour- Regierung hat die Wachstumspolitik zum Ende gebracht, indem man die cash-limits eingeführt hat (1976). Das bedeutete ein Verzicht auf die bisherige keysianische Nachfrage- Steuerung sowie auf die Sozialpartner-Einbindung. Man konzentrierte sich vor allem auf das Sparen in der Regierungsapparat. Aber der richtige Rückzug des Staates fand erst in der Ära des Thatcherismus statt.
3. Zusammenfassung und Ausblick
Wenn man die Wirtschaftsgeschichte Groß-Britanniens betrachtet, hat man einen Eindruck, dass diese ganze Periode der britischen Kapitalismus durch den damaligen Zeitgeist geprägt wurde. Die gute Nachrichten über Erfolge des Kommunismus in Russland und Osteuropa (die falsifiziert wurden, aber dass hat man viel später erfahren) und die Erringrungen der erfolgreichen Wirtschaftsmanagement aus der Kriegszeiten haben die neuen Traume in der Gesellschaft erweckt.
Man hat geglaubt, dass eine derartige Wirtschaftssteuerung auf längere Zeit machbar wäre und die Gesellschaft wollte der sozialen Sicherheit nach dem Krieg. Nachkriegskonsens erstreckte sich auf die verstaatlichten Industrien, auf die Einbeziehung der Sozialpartner in die Gespräche, und auf die künstliche Vollbeschäftigung, die von Seite der Gewerkschaften gefordert wurde. Man war bewusst, dass der steile Anstieg der Arbeitslosenquote die soziale Unruhen und Aufstieg der Nazismus hervorgerufen hat, die zum II Weltkrieg geführt hatten. Die panische Festhaltung an der Vollbeschäftigung wurde nur ein Mittel, um die soziale Schocks auszugleichen und ein Merkmal der Nachkriegskonsens, der als eine Beruhigungsperiode nach der Mühe der Kriegen und Krisen gesehen werden kann.
Die Verschlechterung der Wirtschaftswachstum war eine offensichtliche Konsequenz der neuen Verhältnisse. Wie die Linke Regierung meinte `in diesen Dingen wollen wir Pioniere sein`, also die mögliche Fehlentscheidungen waren im Kauf genommen. Man wollte etwas neues probieren, eine alternative Weg suchen. Da es so eine nicht gibt, stellte sich nach erst nach einigen Jahrzehnten heraus. Am Ende den 70-ger Jahren es ist zu Routine geworden, dass die Kritikern der Regierung von einem post-war-consensus gesprochen haben, und haben damit versucht, die Ursachen der relativen ökonomischen Verschlechterung Groß-Britanniens zu begründen.
Die 'finale' Rede der Labour- Regierungschef zeigt, dass die Ökonomie mit dem 'trial and error' Verfahren hartnäckig getestet wurde, bis erst nach 20 Jahren man war einig, dass es eine Misserfolg war. Dabei kann es vielmehr um die langfristigen Effekte dieser Politik gehen: die verstaatlichten Industrien waren nicht innovativ, und haben den technischen Fortschritt verpasst. Bei solchen Industrien braucht man circa 10 bis15 Jahren von Verspätungen, um aus dem Markt herausfallen. Die chairmans der public corporations haben zu wenig Anreize, um ihre Unternehmen an den Fortschritt und Wirtschaftszyklen anzupassen. Die Abweichungen haben sich kumuliert, bis nach zwanzig Jahren explodierten sie mit einer Welle von Streiks der Bergwerker und Gewerkschaften.
Es ist sogar merkwürdig, wie die Labour- Regierung aktiv nach der Suche der (möglichen) Steuerungsinstrumenten war. Diese Art der manuellen Wirtschaftssteuerung war äußerst aufwendig und die Steuerungsinstanzen waren deutlich überfördert.
Vielleicht die Geschichte mag sich wiederholen. Es ist für mich besonders erstaunlich, wie der damalige britische Nachkriegskonsens an die heutige polnische Wirtschaftspolitik ähnelt. Sogar ein Art der National Health Service wurde durch die polnische Regierung ins Leben berufen, der die Landeskrankenkassen ersetzen soll, weil sie als `zu sparsam` und `unmenschlich` angesehen wurden.
Es ist klar, dass der Anstieg der Sozialausgaben auf die Dauer nicht ausgeglichen werden kann. Aber man versucht stets, neue Umwege zu finden und die institutionellen Umschichtungen sind als einzige Lösung gesehen. Die Sozialausgaben steigen, und die Sphäre der Staatsunternehmen in Polen ist meistens durch lame-ducks gekennzeichnet, also die Staatsunternehmen, die durch chairmans nach personellen Anlieben und Vorstellungen geführt sind und wo der fehlende Fortschritt zu Akkumulation der Probleme führte. Das sind bankrottgehende Staatsbahnen, Mienen. Wahrscheinlich auch die polnischen Politiker müssen diesen 'trial and error' Verfahren durchzuführen, um zu erfahren, dass auf die Dauer diese Politik nicht möglich ist.
[1] Abromeit, Heidrun, 1999, S. 358
[2] Abromeit, Heidrun, 1999, S. 358
[3] R. Middleton, Government versus the Market, 2000
[4] Middleton, 1996
[5] Abromeit, Heidrun, 1999, S. 359
[6] Abromeit, Heidrun, 1999, S. 363
[7] H. Abromeit, Entwicklungslinien im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, s. 359
[8] Shonfield, Andrew, 1968, S.108
[9] Middleton, 2000
[10] Shonfield, Andrew, 1968, S.128
[11] H. Abromeit, Entwicklungslinien im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, s. 361
[12] H. Abromeit, Entwicklungslinien im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, S. 362
[13] Middleton, 2000
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Adam Fularz
1. Einleitung
1.1. An der Wasserscheide
1.2. Sammelort der Industrie
1.3. Der Ausbau zur Großstadt
2. Die Jüdische Unternehmer
2.1 Kulturelle Besonderheiten
2.2 Jüdische Wirtschaftsleben
2.3 Jüdische Unternehmer in Lodz
3. Lodz- Das ewige Provisorium
Man hatte seit langem die Frage gestellt, warum ausgerechnet Lodz, das entrückte Ackerstädtchen zu eines der größten Weltzentren der Textilindustrie wurde. Die Hauptursache war die topographische Lage, genau an der Wasserscheide zwischen Oder und Weichsel. Die hügelige Landschaft und die davon kommende Wasserkraft des Flusses Jasien ermoeglichte die Entstehung der frühindustriellen Fabrikantensiedlung. Mit Rückendeckung des russischen Zaren und auf Initiative des Schriftstellers und Staatsmannes (Vojevode von Masovien) Rajmund Rembielinski begann in Lodz der planmäßige Ausbau zur Industriestadt.
Remblinski stellte fest, dass Lodz „durch seine zahlreichen Gewässer zur Anlage jeglicher Maschinen auszeichne; sie reichen für Bleichen, Mangeln und auch Spinnereien aus“. Stanislaw Staszic, polnischer Staatsminister, schrieb: „Lodz- eine kleine, hölzerne Regierungsstadt, seit zwei Jahren für verschiedene Fabriken bestimmt. Die Lage dieses Ortes ist in vieler Hinsicht besonders bemerkenswert, es liegt in seinen ganzen Umgebung am Fuße einer umfangreichen und bedeutenden Erhebung, aus der unzählige Quellen entspringen. Der Abfluss dieser Gewässer kann mit Leichtigkeit so gelenkt werden, dass fast bei eines jeden Fabrikanten Wohnung zu seinem Bedarf Wasserläufe vorbeigeführt werden können Es ist von der Natur nicht nur für Tuchfabriken, sondern mehr noch für jegliche Art von Baumwoll- und Leinunternehmungen begünstigter Platz.“ Die im Jasiental entdeckten Wasserkräfte und auf ihrer Grundlage errichteten bzw. geplanten Industrieanlagen wirkten wie eine Sensation. Sogar wurden diese Industriewunder dem Zaren Alexander von Russland gezeigt im Jahre 1825.
Das, was Lodz zu einer Großstadt gemacht hat, war die geographische Lage- genau an der Wasserscheide zwischen Oder und Weichsel. Genau hier gab es der einzige Platz, wo die Hügel und die Wasserströme so günstig verliefen. dass eine Industriestadt auswachsen könnte, um die Wasserkräfte zu benutzen. Nirgendwo anders, nur hier gab es günstigste Konditionen. Eine Art der Frühindustriestadt ist entstanden, und was bedeutend ist, die ursprüngliche Industriestadt hatte vor allem ausländische Einwohner gehabt: keine Polen, aber andere Nationalitäten, von denen die Deutschen (über 74,1 % im Jahre 1831) wichtiger Faktor der das ‚Lodzer Wunder’ bildete. Es sind die Zuwanderer aus Westen: Tuchmacher und Weber, die das deutsche Handwerk und Unternehmertum mitgebracht haben. Die Weber aus Böhmen, Sachsen, Preußen und anderen Regionen Deutschlands.
Dann kam Ludwig Geyer, der Berliner nach Lodz, um hier eine Riesenspinnerei zu errichten. Die sogenannte Weiße Fabrik wurde 1839 in Betrieb gesetzt, und dazu mit der ersten Dampfmaschine dieses Raumes. Damit hatte Lodz Anschluss an die neusten Fabrikationsmethoden und ein weiterer Kristallisationskern war geschaffen.
Der Graf Berg, am 19. November 1865 bei der Eröffnungsfeier der ersten Lodzer Bahnlinie hat seine Festrede mit folgenden Worten begonnen: "Die Stadt Lodz bildet eine interessante Erscheinung in polnischem Lande: Sie verdankt ihren Wohlstand der deutschen Industrie, dem Unternehmensgeist der Deutschen und dem deutschen Fleiße. Nächst Warschau ist Lodz die bevölkerste Stadt der Koenigreichs Polen. Sie zählt über 40000 Einwohner, darunter 2/3 Deutsche.“
Der Markt im Osten lockte. Das führte zu einer erheblichen Migrationwelle, die sehr bald die damaligen Tuchweber staedchen im damaligen Kongresspolen entstehen ließ. Privilegien und Steuervorteile ermöglichten den deutschen Webern einen guten Start. Lodz wurde zum östlichen Manchester. Der große Sog auf die Region begann, neben den deutschen Webern kamen Polnische Landbewohner, jüdische Händler und Handwerker.
Liedchen darüber waren sehr zahlreich, wandelten alle jedoch an das gleiche Thema ab: Lodz, das gelobte Land, die eitle Hoffnung auf Erfolg, „Theo, wir fahr'n nach Lodz“- war die aller Zeiten populärste Schläger über Lodz, der noch weitere Zuwanderer mit sich brach.
Die Zahl der Einwohner wuchs in erstaunlich rapidem Masse: In der Periode von 1865 bis 1914 die Zahl der Einwohner vermehrte sich über 39-malig, was ein paneuropäisches Phänomen war. Im Durchschnitt war die Lodzer Entwicklung 4-ma schneller als der anderen Großstädte der Europa.

Die Juden
Geschichte des jüdischen Volkes in Lodz ist kurz aber zugleich lebhaft und tragisch. Juden waren eine Gesellschaft, in der durch lange Jahrzehnte ein absolutes Volks- und Glaubensbekenntnis herrschte. Nur sehr wenige Juden sind in die lokalen Finanzweltkreise eingetreten oder werden große Industrieherrscher.
Seit dem II Hälfte des XIX Jhr. haben die Juden eine große Rolle in der Entwicklung der Intelligenz in Lodz gespielt. Sie dominierten Berufe wie: Rechtsanwälte, Doktoren und besonders die Kreise der Architekten.
Die Juden kamen massenhaft nach Lodz erst in den Zeiten der großen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt, d.h. in der 30ger Jahren der 19. Jh. Die zweite große Welle folgte die Migration aus der westlichen Teilen des Russischen Reichs, ale die neue restriktive Gesetze im Jahre 1882 da eingeführt wurden, die aber das Königreich Polen nicht betroffen haben. Im Jahren 1860-1914 ist die Zahl der Lodzer Juden mehr als 20-malig angestiegen.
Seit Anfang an dominierten die Juden das ganze Handelswesen der sich rasch entwickelten Metropole. Die Rolle der Juden in der Lodzer Gesellschaft war stark, aber nicht dominant. Es gab ein Paar Gründe dafür. Die Lodzer Juden waren damals wenig expansiv. Sie waren treu an ihre ewige Sitten und Glauben, völlig untergeordnet an das Moes'sche Recht. Die entfremdeten sich von der Gesellschaft nicht nur mit traditionellen Trachten und anderen Sprache, aber auch haben sich selber von dem stadtlichen Gesellschaftsleben isoliert. Im Jahre 1825 in dem südlichen Teil der Lodzer Altstadt wurde ein Jüdisches Viertel mit administrativem Befehl errichtet. Es ist für lange 120 Jahre zum Kern der Jüdischen Lodz geworden. In diesen Stadtteil haben die Juden die ganze Zeit hindurch einen Wiederstand gegen die kulturelle und wirtschaftliche Assimilation geleistet.
Die Reaktion auf diese Verhältnisse war die gesellschaftliche Isolation von der Seite der deutsch-polnischen Bevölkerung. Man sollte immer daran denken, dass die Juden zu der Kulturkreis gehörten, der die größten Werte an das Glaubensbekenntnis legte. Freitags gab es Schabass- Kerzen in den jüdischen Häusern, am Sonnabend- Schabass- gab es kein Leben in den Gassen der jüdischen Viertel. Jom Jahwe- Göttlicher Tag war ein Tag, wo die Einwohner der jüdischen Viertel in die Synagoge eilten.
Rituelle Tierestötung, unterschiedlicher Kalender, verschiedene Familienfeiern wie Jom Kippur, Chanuki, Purim, Sukkot, Rosch und schließlich Pascha weckten bei einem positive Interesse, bei anderen jedoch Feindlichkeit und Neid. Jedoch über irgendwelchen Pogromen oder Judenverfolgung sagen die Stadt Bücher und Chroniken kein Wort. Die aus der multikulturellen Umgebung kommende Toleranz brachte ein gewisser "Oekumenismus" der Gesellschaft mit sich.
Der sich rasch entwickelte große Lodzer Industrie brauchte gute Kapitalkenntnisse, Bereitschaft um die technische Neuheiten einzuführen, das Verstehen von Nachfragemechanismen..
Die Lodzer Juden haben alle diese Aspekte des Marktes gut kennangelernt. Jedoch nur sehr wenige sind in die Plutokratie der Reichsten eingetreten. Nur Kalman Poznanski und sein Sohn, Izrael Kalmanowicz Poznanski haben gut die Erfordernissen des sich entwickelten Marktes verstanden. Damals der Anteil der Deutschen in der Lodzer Bevölkerung betrug das enorme 74 %. Die größten Lodzer Fabrikanten waren die Deutschen: Ludwig Geyer, Karol Scheibler und Traugott Grohman.
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Restriktionen erschwerten zusätzlich das Wirtschaftsleben des jüdischen Volkes. Die Vorschriften geltenden in Koenigreich Polens begrenzten die Wirtschaftsfreiheit der jüdischen Unternehmer. Die Juden durften nur in der jüdischen Viertel wohnen, und nur dort dürften Gebäuden erwerben. Die Juden dürften keine öffentliche Posten besetzen und bezahlten spezielle Zusatzsteuern. Erst im Jahre 1862 ist die Gleichbehandlung der Juden eingeführt worden, und die Speziellsteuern, Jüdische Vierteln, und sonstige Begrenzungen wurden abgeschafft.
Der Anteil der Juden betrug 1897 20,3 % aller Stadteinwohner und dieser Anteil ist bis 1914 auf 32,5 % angestiegen. Die Juden waren vor allem in den Bereichen Handwerk und Industrie (38 %), Handel und Finanzen (40 %) tätig. Nur 22,8 % der Lodzer Juden waren berufstätig, also eine arbeitende Jude hatte im Durchschnitt 4 Personen ernährt. Im Jahre 1842 die arbeitstätige bildeten nur 18 % der Population, also auf einen Arbeitstätigen gab es 5,5 Arbeitsuntätigen. Im Jahre 1861 die Arbeitstätige bildeten nur die 14,9 % der Gesamtzahl der Juden, ein Arbeitstätiger entsprach 7 Arbeitsuntätigen. Erst im Jahre 11897 ist der Anteil auf 34 % angestiegen. Im Vergleich mit polnischen Bevölkerung (45 % der Bevölkerung ist arbeitstätig) oder Deutschen (40,4 %) sind die Juden wenig arbeitsam.
Im Jahre 1821 haben die Juden 88,5 % der allen Handelsgesellschaften funktionierenden in Lodz betrieben. Später ist diese Zahl wenig züruckgegangen (auf 72 %) . Die Juden eroberten auch das Verkehrsdienstleistungen (Pferdekutschen usw.)- über 80,3 % der Arbeitstätigen dieser Branche. Die Handels- und Finanzbranchen waren meistens mit Juden besetzt, wo diese Nation 74 % der Berufstätigen ausmachte. Auch die Freie Berufe (Rechtsanwälte, Ärzte, Journalisten) sind in 30 % durch die Juden repräsentiert.
Gemäß der Kalender der Zeitung ‚Lodzianin’ sind im Jahre 892 auf die gesamte Zahl der 300 größeren Laden und Geschäfte 210 im jüdischen Besitz. Im Handelswesen waren die Juden in Lodz quasi Monopolisten, sie bildeten 74 % der Gesamtzahl der Händler und Kaufmänner.

Der Nobelpreisträger Wladyslaw Reymont in dem Roman „Das gelobte Land“ stellte die Jüdische Gemeinde in Lodz dar.
Der II Weltkrieg hat leider ein Ende dieser Gesellschaft gebracht. Am 8.02.1940 haben die Nazibehörden das Getto in Lodz organisiert, das zu einem gigantischen Arbeitslager für die Juden wurde. Von hier die Nazis haben die Juden in die Vernichtungslager Chelmno an Ner oder Auchwitz gebracht. Aus dem in den Innenstadtquartieren von Baluty und Radogoszcz errichtetem Ghetto, haben nur 800 der 240 000 Lodzer Juden übergelebt. Nazichef der Gov. Friedrich Uebelhoer hat entschieden über die Entstehung des Lodzer Ghettos. Auf dem Gebiet von 4 km2 hat man über 160 000 Personen eingebracht. Die deutsche Verordnung der Nazi-Polizeichefs Schaefer hat angeordnet, an die Juden, die illegal das Ghetto verlassen würden, ohne Vorwarnung zu schießen.

Ewiges Provisorium
Bis 1914 Lodz, diese halbmillionen- Einwohner zählende Metropole verfügte über keine Wasserleitung und Abwässersysteme, wie Uwe Rada berichtet. Amerika, das war in Polen schon immer eine Metapher der Hoffnung. Wie Uwe Rada entdeckt hat, in Joseph Roths Roman "Hotel Savoy", hat diese Hoffnung sogar einen Namen: Mr. Bloomfield aus New York. Seiner Rückkehr fiebert alles in Lodz entgegen. Sie ist die letzte Rettung für eine sterbende Stadt, deren Bildern Roth in der Zwischenkriegszeit das der Regenstadt hinzufügte: "Es war ein dauerhafter Regen, er hing über der Welt wie ein ewiger Vorhang. Die Menschen stießen mit den Regenschirmen zusammen und trugen hochaufgeschlagene Mantelkragen. Die Stadt bekommt an solchen Regentagen erst ihr wirkliches Gesicht. Der Regen ist ihre Uniform. Es ist eine Stadt des Regens und der Trostlosigkeit." Mr. Bloomfield kam tatsächlich, allerdings nur kurz, um das Grab seines Vaters zu besuchen. Doch die Hoffnung ist geblieben.
Zu einem der Lodzer Mythen gehört neben dem "gelobten Land", der "bösen Stadt" und dem Schmelztigel der Nationen auch das Attribut einer "Stadt der Gegensätze". Es war das unmittelbare Nebeneinander von Fabrik und Fabrikantenpalast, der bemühte Prunk der Häuser an der Piotrkowska und dem unübersehbaren Elend ihrer Hinterhöfe, das diesen Mythos nährte. Paläste, Fabriken und die Piotrkowska gibt es auch heute noch, doch die Gegensätze erweisen sich bei näherem Hinsehen als Chimäre. Mag auch die Piotrkowska wieder in neuem Glanz erstrahlen, zum Gradmesser des Kontrasts taugt sie heute so wenig wie sie es damals vermochte.
Wie Uwe Rada bemerkt hat, es ist nicht das Nebeneinander von Palast und Hinterhof was die Stadt prägt, sondern die unbestrittene Vorherrschaft des Provisoriums, dem die Piotrkowska nurmehr unwirkliche Kulisse ist. Dort, wo das wirkliche Leben spielt, in der Aleja Kosciuszki oder der Ulica Kilinskiego zum Beispiel, hat man wegen der Straßenverbreiterungen und dem Bau der Straßenbahntrassen die Vorderhäuser einfach weggerodet. Vielleicht ist das ja das eigentliche Bild von Lodz: aufgerissene, aufgelassene Höfe, obwohl auf diese Stadt keine Bombe fiel, ein ins Ocker gehendes Grau, Regen, wie ihn Joseph Roth im "Hotel Savoy" beschrieb.
Wenn die Straßenbahnräder in den Weichen gegen das Metall der Schienen kämpfen, halten die Passanten ihre Regenschirme nach unten, um sich vor dem aus den Schienen herausspritzenden Regenwasser zu schützen. Und überall dazwischen: eine nicht totzukriegende, widerstandsfähige Form städtischer Architektur. Eine Stadtlandschaft des Provisoriums.
Zygmunt Bartkiewicz schrieb zwei Jahre nach der Niederschlagung der Revolution von 1905:"Es gibt in Polen eine Stadt, die so ist: böse. Und verlogen noch dazu, denn sie ist wie in einen Trauerschleier eingehüllt und macht sich doch über den Tod lustig. Tausende Dächer hat sie aufgerichtet, hoch in den Himmel, aber unten wälzt sie sich im Blut. Aus den schlaffen Blüten der Baumwolle schöpft sie eine unbeugsame Kraft, und von totem Gold lebt sie. Ihre Verdienste verdankt sie Verbrechen."
Przez ostatni rok zawsze ilekroć podróżowałem turystycznie po Polsce, czyniłem to w towarzystwie cudzoziemców - moich zachodnioeuropejskich przyjaciół, którzy przyjechali odwiedzić nasz kraj. Wówczas dotrzymywałem im towarzystwa wybierając się wraz z nimi na wielką wyprawę turystyczną. Bowiem sami nigdy nie byliby w stanie podróżować po naszym kraju. Transport w Polsce to labirynt, w którym kłopot odnaleźć się mają nawet sami specjaliści od komunikacji zbiorowej. Jak więc można oczekiwać że odnajdą się w niej turyści, cudzoziemcy nie znający polskich obyczajów i języka? Przykładów zupełnego i całkowitego niedostosowania polskiej komunikacji dla obcojęzycznych turystów jest wiele, i wszystkie one wskazują że mówienie o rozwoju turystyki w Polsce jest tylko bezczelną obłudą polityków. Bowiem podróżowanie po Polsce jest dla nich na ogół pełną przygód mordęgą w krainie dezinformacji.
Toruń Miasto. Tą stację odwiedziłem raz, przywożąc na zwiedzanie miasta mojego najlepszego przyjaciela, Francuza o imieniu Samuel, któremu notabene tak się tam spodobało, iż postanowił zostać dłużej rozbijając jednocześnie nasz napięty plan dalszego zwiedzania. Polska jest dla niego gąszczem miejscowości o zupełnie niewymawialnych, podejrzanie szeleszczących nazwach. Bydgoszcz wedle Samuela czyta się Bigosk, a wobec ogromnego zdziwienia kasjerki w okienku może być to ewentualnie wyraźnie wycedzone Bigo-s-k-s. Niestety, przybywszy z nim do Torunia nawet ja nie byłem w stanie wiele począć: na wspomnianym dworcu nie było nawet planszy przyjazdów i odjazdów. Jedyną szansą dowiedzenia się czegokolwiek byłaby informacja kolejowa, ale nawet po odstaniu w półgodzinnej kolejce Samuel nie potrafiłby wszak przeczytać gdzie ma zamiar się wybrać, a nerwowo krzyczących „co proszę” i rozwierających oczy jak spodki panien z okienka zaczął się panicznie bać już po pierwszym z nimi spotkaniu oko w oko, gdy to przerażony ich reakcją salwował się ucieczką za róg kasy.
Na żadnym z polskich dworców nie uświadczymy informacji o ofercie przewozowej typowej dla choćby naszych europejskich sąsiadów: Czech, lub Węgier i Słowacji. Tam na każdym dużym dworcu znajdziemy wykazy wszystkich połączeń realizowanych na każdej linii kolejowej kraju lub regionu, wobec czego samodzielne poinformowanie się jest relatywnie proste nawet gdy jest się cudzoziemcem. W Polsce, kraju monopolu PKP (w trzech przywołanych krajach monopolu w kolejowych przewozach pasażerskich dawno już nie ma), taka jakość informacji nigdy nawet nie zaistniała. Pasażerom pozostaje jedynie pani z okienka, najczęściej nieco niemiła lub nawet ordynarna, niezbyt inteligentna i ewidentnie niedouczona do zawodu.
Fatalna informacja jest chyba największą barierą dla podróżnych. Biało- żółte tradycyjne tablice odjazdów i przyjazdów z podanymi trasami i przystankami pociągów są tylko na największych dworcach, a i tak w niewielkich ilościach. Dochodzą do tego częste zmiany rozkładu jazdy, bowiem czasy gdy rozkład ustalano na cały rok, minęły już dawno i obecnie całość pogrąża się w coraz większym bałaganie. Typowa tablica rozkładu na stacji kolejowej jest pełna poprawek, skreśleń i nabazgrolonych uwag. W Krakowie na Dworcu Głównym korekty zresztą naniesiono zresztą tylko na jednej tablicy, inne pozostawiając niemal nietknięte mimo zmian w rozkładzie, na co miałem okazję się naciąć, przychodząc z kolejnym cudzoziemcem (tym razem Niemcem) na pociąg dawno już wykreślony z rozkładu. Takich dezinformacji jest znacznie, znacznie więcej. Niekiedy lepszą informację o połączeniach znajdziemy w miejscowym biurze informacji turystycznej niż na dworcu PKP. Tak było m.in. w Zamościu.
Regułą jest zupełnie inny system biletowy transportu zbiorowego w każdym kolejnym mieście. O ile w jednym mieście plecaki wolno przewozić bezpłatnie (Warszawa), to już w następnym jest zupełnie odmiennie. Systemy dystrybucji biletów są tak różne, że niektóre miasta mają tylko systemy kart elektronicznych (Kalisz) inne sprzedają bilety tylko w automatach zamontowanych wewnątrz autobusów (Zielona Góra), jeszcze inne wymagają wchodzenia do autobusu tylko przednimi drzwiami w celu kontroli zakupionych wcześniej biletów (Częstochowa, Jelenia Góra). Nikt nigdy nie próbował tego ujednolicić, choćby tylko regionalnie tworząc jednolity system o spójnych zasadach.
Niektóre miasta lub regiony Polski to komunikacyjny trzeci siat, gdzie niemal wszystko jeździ bez rozkładu. Miejski transport bezrozkładowy funkcjonuje np. w Zakopanem, gdzie śmierdzące gazem, niekiedy nawet cuchnące, brudne i rozpadające się busy kursują zamiast komunikacji miejskiej. Taki zdezorganizowany transport miejski musiałby wywołać piorunujące wrażenie na gościach olimpiady zimowej, którzy odwiedziliby to miasto gdyby nie daj boże wygrało ono w konkursie starających się o zorganizowanie zimowych igrzysk olimpijskich.
Normą są niekompatybilne systemy biletowe w aglomeracjach. W aglomeracji Tarnobrzeg- Sandomierz, oprócz armady bezrozkładowych busów kursują autobusy różnych przewoźników, z których każdy ma odrębne bilety. Mi zdarzyło się zakupić bilet na autobus nie tego przewoźnika, i dopiero nalepka na kasowniku oznajmiająca nieważność biletów innych przewoźników utwierdziła mnie w błędzie. Co w takim wypadku ma powiedzieć cudzoziemiec? Podróż tramwajem może także być dla niego szokiem. W aglomeracji łódzkiej, przejeżdżając tramwajem przez granicę sieci miejskiej musimy skasować bilet innego przewoźnika. W aglomeracji górnośląskiej także jest dziwnie, bowiem bilety są sprzedawane na konkretne miasta, nie zaś na daną podróż. Część miast stosuje także taryfy czasowe lub strefowe, najbliższe rozwiązaniom europejskim. Jednym słowem: co miasto, to inny zwyczaj.
Podróż autobusem dalekobieżnym jest najczęściej związana z odwiedzinami muzeum komunistycznej gospodarki planowej. PKS-y to dziś 174 w większości państwowe monopole regionalne, które, dzierżąc dworce autobusowe odmawiają innym przewoźnikom korzystania z nich i utrzymują pozycję monopolu. Przewoźnicy prywatni, chcąc świadczyć usługi, muszą zainwestować we własne terminale, często będące niechlujnymi klepiskami na zapleczach centrów miast. Informacja o połączeniach jest zwykle apogeum fatalności i ogranicza się do oferty jednego, lokalnego przewoźnika namalowanej pędzelkiem na szklanej tafli, bez szansy na spójną informację o dalszych połączeniach i ewentualnych przesiadkach, nie daj boże na kolej. Gorsza niż PKS-owska jest tylko informacja, a raczej jej brak, ze strony przewoźników busowych.
Polska dla wielu jest zadziwiającym skansenem i muzeum społecznych i gospodarczych starożytności. Oni chcą ten kraj odwiedzić i znajdują w nim zaskakujące dziwy, jak na przykład lokalną drogę z Radkowa do Kudowy- Zdroju w Górach Stołowych (jeśli uda się im dotrzeć tam po sześciokrotnej przesiadce), mogącej wielością dziur konkurować z powierzchniami Marsa lub Księżyca. Oczywiście, podróżowanie po Polsce jest dla nich w miarę łatwe gdy jeden z ich polskich przyjaciół jest ekspertem od transportu zbiorowego i potrafi nie utonąć w morzu dezinformacji. Sami jednak nigdy nie byliby w stanie przeprawić się przez to bagno bałaganu organizacyjnego i gospodarczego. Najdziwniejsze jest, że nikt nawet nie zauważa potrzeby umożliwienia cudzoziemcom podróżowania do Polski, kraju dla wielu tak egzotycznego, tak ciekawego.
Jak na razie, cudzoziemiec może co prawda dotrzeć do Polski samolotem, ale raczej utknie na lotnisku. Podróżujących samochodem skutecznie odstrasza fatalne oznakowanie (znam historię mych francuskich znajomych, którzy przez kilka godzin plątali się po bocznych drogach gdzieś w pobliżu słowackiej granicy, aż wreszcie w desperackiej akcji zacząć ścierać śnieg z drogowskazów w całej okolicy, bowiem żaden z nich nie miał daszku chroniącego tak ważną dla przyjezdnych treść przed opadami śniegu). Odstrasza paneuropejska fama polskich złodziei samochodów i wizja skrajnie niebezpiecznej sieci drogowej, którą cechuje najwyższa w Europie śmiertelność w wypadkach drogowych (na każde 100 wypadków w naszym kraju ginie 12 osób, podczas gdy średnio w krajach UE zaledwie 3 osoby). Transport zbiorowy jest natomiast dla nich pułapką błędnej informacji lub pustynią jej braku.
Domaganie się tablic z rozkładem z objaśnieniami w obcych językach jest utopią, skoro na ogół brakuje tablic z rozkładem po polsku, a jeśli już są, to mogą być nieaktualne. Wygląda na to, że polski transport zbiorowy stanie się użyteczny dla turystów dopiero wtedy, gdy go skutecznie zreformujemy, prywatyzując dziś niemal bez wyjątku państwowych przewoźników kolejowych i autobusowych oraz tworząc profesjonalne formy zarządzania transportem regionalnym (tzw. związki komunikacyjne), jakie istnieją w większości krajów zachodu Europy. To, że transport zbiorowy da się w taki sposób zorganizować, pokazuje przykład Szwecji, gdzie wprowadzone 25 lat temu związki komunikacyjne są odpowiedzialne za systemy taryfowe i informacyjne oraz wybierają w przetargach przewoźników do obsługi linii. Dziś mechanizmem przetargów objęte jest niemal 100 % komunikacji autobusowej i większość komunikacji kolejowej, którą związki zarządzają dopiero od 1989 roku, gdy ustawowo zniesiono monopol kolejowy i całkowicie oddzielono zarządzanie torowiskami od działalności przewozowej, tworząc zupełnie odrębne struktury umożliwiające nieograniczoną konkurencję na sieci kolejowej.
W Polsce transportem publicznym na ogół nie zarządza nikt, a turystom obecnie oferujemy jedynie ordynarny bałagan i dezinformację. Dezinformacją są również obłudne twierdzenia rozmaitych polityków o rozwoju turystyki w Polsce. Bowiem by ci turyści bezproblemowo tutaj dotarli, wypadałoby ich chyba zrzucać na spadochronach w otmęt polskiego burdelu komunikacyjnego oraz wciągać spowrotem do samolotów za pomocą jakiś specjalnych haków. Jak na razie Polska jest dla turystów terenem do wypraw ekstremalnych, jak dość zgodnie twierdzili moi zagraniczni towarzysze wypraw po Polsce. Nigdy bowiem nie obyło się bez nieoczekiwanej „komunikacyjnej” przygody, które na nieświadomych niczego turystów czekają tuzinami w postaci małych literek pod rozkładem albo adnotacji nabazgranych długopisem jedynym na dworcu „uzupełnionym” rozkładzie jazdy.
Turyści do Polski się nie proszą na siłę. Jak ich nie chcemy, to oprócz całkowitego pominięcia ich jako potencjalnych pasażerów i podróżnych wypadałoby jeszcze częściej pisać na murach „cudzoziemcy precz”, co już niektórzy i czynią, zapewne z miłości dla przyjezdnych, chcąc ostrzec ich przed czyhającym na nich bagnem polskiej komunikacji zbiorowej. Jeśli tak, to czemu takich szyldów nie wywieszają różne monopolistyczne mutanty polskiej gospodarki planowej, czyhające na ofiary niedoinformowania na swych sieciach połączeń kolejowych i autobusowych? Zapewne wielojęzyczna tabliczka „cudzoziemscy turyści precz od Polskich Torów i Autobusów” skwitowałaby z nawiązką ich i rządu poczynania. O ile intencje mutantów można rozumieć, bo są one dla tychże obytych światowo turystów zabytkami zeszłego ustroju, o tyle intencje rządzących odgadnąć trudno. Być może, jak za czasów dawnego ustroju, wolą oni trzymać przybyszów z zagranicy na dystans od naszego kraju, a krajanom zafundują na powrót politykę izolacji, z pewnością mniej pracochłonną niż polityka wspierania turystyki czy też komunikacji zbiorowej? A może po prostu są nic-nie-potrafiącymi dyletantami?
Pojeździmy wspólnie, bowiem, drogi Samuelu, Cirillu, Jonsie, Arne, Michaelu, Sveo czy Tobiasie, sam/ sama przecież nigdzie nie dojedziesz. Podróż do kraju pierogów i bigosu jest dla nich fatalną porażką, jeśli zechcą zrobić to samodzielnie, a podróż z polskim przewodnikiem- czy też wynajętym, czy też po prostu przyjacielem, jest dostępna dla bardzo nielicznych. W Polsce nikt z rządzących najwyraźniej nigdy nie myślał o turystach, i nic nie jest na ich, jak zwykle nagłą, całkowicie nieprzewidzianą i najwyraźniej zupełnie nieoczekiwaną wizytę, przygotowane.
Chiny to kraj totalitarny, w którym dzięki wyzyskowi ekonomicznemu pracowników otrzymujących "orzeszki" za swój trud i wysiłek utrzymywana jest kasta managerów i zarządców z partyjnego nadania, którzy w normalnej gospodarce zostaliby wymienieni na bardziej kompetentnych magnagerów. Cenę za niekompetencję chińskich "partyjnych" managerów i księżycową gospodarklę planową w wykonaniu państwowych firm płacą chińscy pracownicy, muszący przeżyć w nędzy za ułamek stawek jakie otrzymują europejscy czy amerykańscy pracownicy. Na miliardowym narodzie niewolników kwitnie dobrobyt gospodarki amerykańskiej czy europejskiej. Ba, to Chiny, jako kraj najtańszej siły roboczej, są kołem zamachowym globalizacji i "wędrowania miejsc pracy", procesu który bez tego kraju miałby dużo mniejszą skalę.